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Wie kann ich einen Freibetrag eintragen lassen?

Wer monatlich mehr Netto vom Brutto haben möchte, kann sich auf der Lohnsteuerkarte einen Freibetrag eintragen lassen. Dadurch zieht der Arbeitgeber automatisch weniger Steuern und Sozialabgaben ab.
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Definition Lohnsteuerfreibetrag: Was ist das?

Monatlich zieht der Arbeitgeber Lohnsteuer und Sozialabgaben von deinem erarbeiteten Bruttogehalt ab. Die Steuern berechnen sich nach der Höhe deines Gehaltes. Ein Lohnsteuerfreibetrag berücksichtigt regelmäßige hohe Kosten und senkt damit fiktiv dein Bruttogehalt. Die steuerlichen Abzüge verringern sich, sodass du am Monatsende ein höheres Nettogehalt, also mehr Geld zur Verfügung hast.

Die Höhe des Lohnsteuerfreibetrags ist von Person zu Person verschieden und kann für die nächsten zwei Jahre eingetragen werden.

Was bringt der Lohnsteuerfreibetrag?

Übersteigen regelmäßig hohe Ausgaben den Betrag von 600 Euro, darfst du einen Freibetrag auf deiner elektronischen Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Diese Ausgaben können sein:

  • Hohe Werbungskosten – z.B. Fahrtkosten, doppelte Haushaltsführung usw.
  • Hohe Sonderausgaben – z.B. Kinderbetreuungskosten, Ausbildungskosten, Spenden usw.
  • Hohe außergewöhnliche Belastungen – z.B. Krankheitskosten, Behinderung, Heimunterbringung usw.
  • Negative Einkünfte – u.a. aus selbstständiger Arbeit, Gewerbebetrieb oder Vermietung und Verpachtung

Vorsicht bei den Werbungskosten:
Erst Beträge, die den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro übersteigen, werden zu dem 600 Euro-Betrag gezählt. Du musst also WerbungskostenWerbungskosten sind Ausgaben, die bei der Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen entstehen. Sie werden bei der Berechnung der Einkommensteuer von den Einkünften abgezogen und vermindern somit die zu zahlende …
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haben, die die Summe dieser beiden Werte übersteigen, um den Freibetrag auf deine elektronische Lohnsteuerkarte eintragen zu lassen.

Wo muss ich den Steuerfreibetrag eintragen?

Die gute Nachricht ist: du kannst ganz einfach einen Freibetrag eintragen lassen. Dazu musst du diesen bei deinem Finanzamt beantragen.

Die schlechte Nachricht: du kommst an Formularen nicht vorbei. Zwei Seiten musst du dazu ausfüllen. Alternativ ist die Möglichkeit seit 01.10.2021 auch über ELSTER gegeben.

Download des Formulars: Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung +Jahr

Den Antrag mitsamt den Nachweisen für deine Ausgaben verschickst du einfach per Post an dein Finanzamt. Wenn die Finanzbeamt*innen dir den Lohnsteuerfreibetrag gewähren, steht dieser auf deiner elektronischen Lohnsteuerkarte. Dein Arbeitgeber weiß dann automatisch, dass er dir weniger Steuern abziehen muss.

Bezüglich des vereinfachten Verfahrens sind die gleichen Unterlagen auszufüllen. Das Bundesministerium für Finanzen schreibt dazu:

Für den Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung im vereinfachten Verfahren nutzen Sie bitte die Zeilen 18 bis 20 im Hauptvordruck des Formulars
„10 – Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung mit Anlagen Kinder, Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastungen und Werbungskosten“

Seit 2016 kannst du den Lohnsteuerfreibetrag für zwei Jahre eintragen lassen. Dann gilt dieser ab dem 1. Januar des Beantragungsjahres bis zum 31. Dezember des Folgejahres. Dazu brauchst du in den Formularen im entsprechenden Feld nur ein Kreuz zu setzen:

Fristen für die Lohnsteuerermäßigung

Einen Freibetrag kann man sich vom Finanzamt bis zum 30. November eintragen lassen, wenn man ihn noch in diesem Jahr nutzen will. Dann wird der komplette Betrag jedoch ausschließlich für Dezember angerechnet. Das kann dann sinnvoll sein, wenn am Jahresende eine hohe Einmalzahlung ansteht – wie beispielsweise das Weihnachtsgeld oder ein Bonus.

Wird der Lohnsteuerfreibetrag im Januar beantragt, wird er gleichmäßig auf elf Monate verteilt: von Februar bis Dezember. Willst du sichergehen, dass alle Monate mit der Lohnsteuerermäßigung berücksichtigt werden, solltest du den Freibetrag schon im Dezember für das nächste Jahr (oder die nächsten zwei Jahre) eintragen lassen.

Tipp:

Nutzt du einen Freibetrag schon vor der Geburt deines Kindes, wirkt sich das auf dein Elterngeld aus, falls du dieses beantragst. Da das Elterngeld dein Nettogehalt als Berechnungsgrundlage nutzt, fällt es ebenso höher aus.

Lohnsteuerfreibetrag beantragt – Was passiert nun?

Lässt du einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen, musst du für diese Jahre eine Steuererklärung abgeben. Das Finanzamt will wissen, ob du den Lohnsteuerfreibetrag auch rechtmäßig genutzt hast.

In jedem Fall ist die Lohnsteuerermäßigung sinnvoll, wenn du stets hohe Kosten verzeichnest. Lässt du einen Freibetrag in der Lohnsteuerkarte eintragen, hast du mehr Netto vom Brutto.

Achtung:

Hat sich etwas an deiner Einkommens- und Ausgabensituation geändert, musst du das deinem Finanzamt mitteilen! Hast du nicht mehr so hohe Ausgaben, kann es sein, dass du nach Abgabe deiner Steuererklärung Lohnsteuer nachzahlen musst.

DISCLAIMER
Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keine*n zertifizierte*n Steuerberater*in. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Julian Schwarzmann
von Julian Schwarzmann
veröffentlicht am: 14.12.2016
aktualisiert am: 19.08.2022

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