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Arbeitszimmer & Homeoffice:
Wie kann ich es von der Steuer absetzen?

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7. Februar 2020

Das Arbeiten von zu Hause lässt sich für viele leichter mit dem restlichen Alltag vereinen, man spart sich lange Fahrtwege und kann vielleicht mit den Kindern zu Mittag essen. Doch wie ist das Homeoffice steuerlich zu betrachten und wann darfst du ein Arbeitszimmer absetzen? Wir erklären dir, worauf es ankommt.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitszimmer und Homeoffice?

Umgangssprachlich gibt es in Deutschland keinen inhaltlichen Unterschied bei den Begriffen „Homeoffice“ und „Arbeitszimmer“. Beides versteht man in der Regel als heimischen Arbeitsplatz, der steuerlich geltend gemacht werden kann.

Entsprechend der offiziellen Definition beschreibt der Begriff „Homeoffice“ jedoch einen übergreifenden Organisationsansatz zur Flexibilisierung der Arbeit, auch bekannt als Telearbeit.

Im folgenden Text beziehen wir uns auf die umgangssprachliche Variante.

Welche Voraussetzungen gelten für das Arbeitszimmer und das Arbeiten im Homeoffice?

Die Voraussetzungen für die volle Absetzbarkeit deines Arbeitszimmers sind sehr eng gesetzt. Der Bundesfinanzhof hat strenge Auflagen festgelegt, was als Arbeitszimmer anerkannt wird. Folgende Regeln solltest du einhalten:

Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden

Dein Arbeitszimmer muss mit deiner Wohnung verbunden sein, also zu deiner privaten Wohnung gehören. Außerdem muss es räumlich von anderen Zimmern abgetrennt sein. Eine einfache Arbeitsecke im Wohnzimmer reicht nicht aus. Erst dann kannst du es als häusliches Arbeitszimmer und damit deine Kosten absetzen. Außerdem sollte für jeden Bewohner deiner Wohnung mindestens ein weiteres Zimmer zu privaten Zwecken zur Verfügung stehen. Erst dann besteht die Möglichkeit, ein häusliches Arbeitszimmer in der Steuererklärung aufzuzeigen.

Berufliche Nutzung

So einfach das klingt, so kompliziert ist es: dein Arbeitszimmer musst du für deine berufliche Tätigkeit nutzen. Eine private Nutzung ist ausgeschlossen. Wenn du einmal private Emails schreibst, ist das in Ordnung. Gehst du in deinem Arbeitszimmer aber deinen Hobbys nach oder empfängst Gäste (erkenntlich beispielsweise an einem Gästebett), wird die berufliche Nutzung leicht infrage gestellt. Du darfst dich in dem Arbeitszimmer höchstens 10 Prozent privat aufhalten. Übersteigst du diesen Anteil, so ist überhaupt kein steuerlicher Abzug mehr möglich. Hier gibt es auch keine anteiligen Lösungen, wie der Bundesfinanzhof im Januar 2016 entschied.

Unbeschränkt abzugsfähiges Arbeitszimmer

Wer mehr als nur 1.250 Euro im Jahr absetzen möchte, muss seinen kompletten Arbeitsmittelpunkt im häuslichen Arbeitszimmer haben. Das ist bei Heimarbeitern der Fall. Doch diese Variante trifft viel mehr auf Selbstständige zu.
Vorteil dabei ist, dass dann die Aufwendungen für Miete, Nebenkosten, Renovierungen unbegrenzt und anteilig für die Fläche, die das Arbeitszimmer von der gesamten Wohnung ausmacht, bei der Steuererklärung eingereicht werden dürfen.

Was kann ich alles im Arbeitszimmer und Homeoffice absetzen?

Bei der Einrichtung eines Arbeitszimmers kommen viele Kosten zusammen. Du kannst anteilig von der Gesamtmiete folgende Kosten steuerlich absetzen:

Beachte, dass für Anschaffungsgegenstände wie Arbeitsmittel die Abschreibung über die Nutzungsdauer gilt.

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Verhältnismäßigkeit beachten

Ein neuer Apple Mac Pro als Arbeitscomputer ist okay. Aber eine Kristalllampe für die Decke eines Arbeitszimmers scheint nicht verhältnismäßig zu sein. Luxusgegenstände akzeptiert das Finanzamt leider nicht. Solche Posten streicht das Finanzamt gern oder zweifelt die Existenz eines Arbeitszimmers sogar komplett an.

Im Zweifelsfall: Besuch vom Finanzamt

Wenn es um das Absetzen eines Arbeitszimmers geht, ist das Finanzamt oft misstrauisch. Einige Steuerzahler versuchen bei der Steuererklärung zu tricksen und geben eine Arbeitsecke im Wohnzimmer als Arbeitszimmer an. Oder es ist ein Arbeitszimmer eingerichtet, wird aber gleichzeitig als Gästezimmer genutzt. Zweifelt das Finanzamt die Existenz eines Arbeitszimmers an, muss man mit dem Besuch eines Finanzbeamten rechnen.

Deshalb überlege dir, ob alle Voraussetzungen gegeben sind. Anderenfalls kannst du bestimmte Posten auch als Arbeitsmittel absetzen. Das ist im Zweifel der sicherere Weg. Das Arbeitszimmer ist bei der Steuererklärung ein sehr umstrittenes Thema.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kannst du dein Arbeitszimmer absetzen:

  • Du nutzt das Arbeitszimmer fast ausschließlich beruflich
  • Du hast keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung bzw. ist dein zu Hause auch der Mittelpunkt deiner Tätigkeit
  • Dein Arbeitszimmer ist wie ein Arbeitsraum eingerichtet
  • Dein Arbeitszimmer ist von der restlichen Wohnung durch eine schließbare Tür getrennt

Falls diese Punkte bei dir nicht gegeben sind, gibt es andere Möglichkeiten Steuern zu sparen:
Du kannst bestimmte Gegenstände auch als Arbeitsmittel (Werbungskosten), beispielsweise einen Computer oder einen Schreibtisch, absetzen. Das ist im Zweifel der sicherere Weg. Hierbei solltest du beachten, dass für viele Anschaffungsgegenstände eine Abschreibung über eine festgelegte Nutzungsdauer gilt.

Arbeitszimmer: Neue Urteile und besondere Situationen

In einem Urteil vom Dezember 2016 bezog der Bundesfinanzhof die Höchstgrenze von 1.250 Euro nicht mehr auf das Objekt, also auf das Arbeitszimmer, sondern auf die Personen, die es nutzten. Damit legitimierte er, dass auch mehrere Personen das gleiche Zimmer nutzen können und alle – bei bestehendem Anspruch – den Höchstbetrag von 1.250 Euro geltend machen dürfen.

Andersherum bedeutet dieses Urteil aber auch, dass wenn eine einzige Person, zwei Arbeitszimmer benötigt, nur einmal der Höchstbetrag berücksichtigt werden kann. Das gilt dann sowohl für zwei Arbeitszimmer in derselben Wohnung wie auch für unterschiedliche Wohnungen.

Eine andere Variante ist die Vermietung des Arbeitszimmers an deinen Arbeitgeber. Somit wandelt sich derselbe Raum von einem häuslichen Arbeitszimmer zu einem Büro deines Arbeitgebers. Erkennt das Finanzamt den Vertrag zwischen dir und deinem Arbeitgeber an, hast du ein dauerhaftes, unstrittiges Homeoffice. Die erhaltenen Mietzahlungen musst du jedoch als Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung versteuern.

Für alle, die keinen Arbeitsplatz vom Arbeitgeber gestellt bekommen und auch die Vorgaben für ein häusliches Arbeitszimmer nicht erfüllen, kann ein gemieteter Schreibtisch in einem Büro oder Co-Working-Space die Alternative sein. Dann stellen sich auch keine Fragen zum Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit oder der ausreichenden Größe der Wohnung.

Disclaimer

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