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Wie kann ich mein Arbeitszimmer absetzen?

20. September 2017

Ein Arbeitszimmer können Arbeitnehmer von der Steuer absetzen. Doch die Anforderungen dafür sind hoch. Wir erklären dir, worauf es ankommt.

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für die volle Absetzbarkeit deines Arbeitszimmers sind sehr eng gesetzt. Der Bundesfinanzhof hat strenge Auflagen festgelegt, was als Arbeitszimmer anerkannt wird. Folgende Regeln solltest du einhalten:

Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden
Dein Arbeitszimmer muss mit deiner Wohnung verbunden sein, also zu deiner privaten Wohnung gehören. Außerdem muss es räumlich von anderen Zimmern abgetrennt sein. Eine einfache Arbeitsecke im Wohnzimmer reicht nicht aus. Erst dann kannst du es als häusliches Arbeitszimmer und damit deine Kosten absetzen.

Berufliche Nutzung
So einfach das klingt, so kompliziert ist es: dein Arbeitszimmer musst du für deine berufliche Tätigkeit nutzen. Eine private Nutzung ist ausgeschlossen. Wenn du einmal private Emails schreibst, ist das in Ordnung. Gehst du in deinem Arbeitszimmer aber deinen Hobbys nach, ist das keine berufliche Nutzung mehr. Auch hierin steckt der Sinn der räumlichen Abtrennung vom privaten Wohnbereich und häuslichem Arbeitszimmer.

Unbeschränkt abzugsfähiges Arbeitszimmer
Wer mehr als nur 1.250 Euro im Jahr absetzen möchte, muss seinen kompletten Arbeitsmittelpunkt im häuslichen Arbeitszimmer haben. Das ist bei Heimarbeitern der Fall. Doch diese Variante trifft viel mehr auf Selbstständige zu.

Was kann ich alles im Arbeitszimmer absetzen?

Bei der Einrichtung eines Arbeitszimmers kommen viele Kosten zusammen. Du kannst anteilig von der Gesamtmiete folgende Kosten steuerlich absetzen:

  • Miete
  • Wasser-, Heizungs- und Stromkosten
  • Reinigungskosten
  • Kosten für die Ausstattung des Arbeitszimmers
  • Renovierungskosten
  • Versicherungen

Beachte, dass für Anschaffungsgegenstände wie Arbeitsmittel die Abschreibung über die Nutzungsdauer gilt.

Verhältnismäßigkeit beachten

Ein neuer Apple Mac Pro als Arbeitscomputer ist okay. Aber eine Kristalllampe für die Decke eines Arbeitszimmers scheint nicht verhältnismäßig zu sein. Solche Posten streicht das Finanzamt gern oder zweifelt die Existenz eines Arbeitszimmers sogar komplett an.

Im Zweifelsfall: Besuch vom Finanzamt

Wenn es um das Absetzen eines Arbeitszimmers geht, ist das Finanzamt oft misstrauisch. Häufig versuchen Steuerzahler bei der Steuererklärung zu tricksen und geben eine Arbeitsecke im Wohnzimmer als Arbeitszimmer aus. Oder es ist ein Arbeitszimmer eingerichtet, wird aber gleichzeitig als Gästezimmer genutzt. Zweifelt das Finanzamt die Existenz eines Arbeitszimmers an, muss man mit dem Besuch eines Finanzbeamten rechnen.

Deshalb überlege dir, ob alle Voraussetzungen gegeben sind. Anderenfalls kannst du bestimmte Posten auch als Arbeitsmittel absetzen. Das ist im Zweifel der sicherere Weg. Das Arbeitszimmer ist bei der Steuererklärung ein sehr umstrittenes Thema.
Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kannst du dein Arbeitszimmer absetzen:

  • Du nutzt das Arbeitszimmer fast ausschließlich beruflich
  • Dein Arbeitszimmer ist wie ein Arbeitsraum eingerichtet
  • Dein Arbeitszimmer ist von der restlichen Wohnung getrennt

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