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Arbeitszimmer & Homeoffice:
Wie kann ich es von der Steuer absetzen?

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18. Mai 2021

Das Arbeiten von zu Hause lässt sich für viele leichter mit dem restlichen Alltag vereinen, man spart sich lange Fahrtwege und kann vielleicht mit den Kindern zu Mittag essen. Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie wurde das eigene Zuhause zum regulären Arbeitsplatz für 45% aller Arbeitnehmer in Deutschland.

Doch wie ist das Homeoffice steuerlich zu betrachten? Wann darfst du ein Arbeitszimmer absetzen? Wie machst du Homeoffice in der Steuererklärung geltend, auch wenn du kein Arbeitszimmer hast? Diese Fragen klären wir hier.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitszimmer und Homeoffice?

Man könnte meinen “Homeoffice” und “Arbeitszimmer” seien Synonyme, doch mit Einführung der Homeoffice-Pauschale im Jahr 2020 machen sie zumindest steuerlich einen großen Unterschied. Beide Dinge lassen sich nun steuerlich geltend machen, allerdings unter anderen Voraussetzungen.

“Homeoffice” bezeichnet nun ganz grundsätzlich das Arbeiten von Zuhause aus. Egal, ob am Schreibtisch, am Küchentisch oder auf der Couch. Als “Arbeitszimmer” wird, wie bisher, ein abgetrennter Raum in deiner Wohnung oder deinem Haus bezeichnet, der speziell zum Arbeiten und nur zum Arbeiten genutzt wird. Um ein Zimmer als Arbeitszimmer steuerlich geltend machen zu können gelten strenge Voraussetzungen.

Welche Voraussetzungen gelten für das Arbeitszimmer und welche für das Arbeiten im Homeoffice?

Die Voraussetzungen für die volle Absetzbarkeit deines Arbeitszimmers sind sehr eng gesetzt. Der Bundesfinanzhof hat strenge Auflagen festgelegt, was als Arbeitszimmer anerkannt wird. Folgende Regeln solltest du einhalten:

Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden

Dein Arbeitszimmer muss mit deiner Wohnung verbunden sein, also zu deiner privaten Wohnung gehören. Außerdem muss es räumlich von anderen Zimmern abgetrennt sein. Eine einfache Arbeitsecke im Wohnzimmer reicht nicht aus. Erst dann kannst du es als häusliches Arbeitszimmer und damit deine Kosten absetzen. Außerdem sollte für jeden Bewohner deiner Wohnung mindestens ein weiteres Zimmer zu privaten Zwecken zur Verfügung stehen. Erst dann besteht die Möglichkeit, ein häusliches Arbeitszimmer in der Steuererklärung aufzuzeigen.

Achtung!
Wer das häusliche Arbeitszimmer in der Steuer geltend machen möchte, muss den dazugehörigen Fragebogen ausfüllen und zusätzlich einreichen. Seit der Corona Pandemie arbeiten viele Leute von Zuhause und versuchen private Räume als Arbeitszimmer abzusetzen. Das Finanzamt schaut deshalb ganz genau hin. Den Fragebogen zur ordentlichen Angabe findest du hier zum Download.

Berufliche Nutzung

So einfach das klingt, so kompliziert ist es: dein Arbeitszimmer musst du für deine berufliche Tätigkeit nutzen. Eine private Nutzung ist ausgeschlossen. Wenn du einmal private Emails schreibst, ist das in Ordnung. Gehst du in deinem Arbeitszimmer aber deinen Hobbys nach oder empfängst Gäste (erkenntlich beispielsweise an einem Gästebett), wird die berufliche Nutzung leicht infrage gestellt. Du darfst dich in dem Arbeitszimmer höchstens 10 Prozent privat aufhalten. Übersteigst du diesen Anteil, so ist überhaupt kein steuerlicher Abzug mehr möglich. Hier gibt es auch keine anteiligen Lösungen, wie der Bundesfinanzhof im Januar 2016 entschied.

Unbeschränkt abzugsfähiges Arbeitszimmer

Wer mehr als nur 1.250 Euro im Jahr absetzen möchte, muss seinen kompletten Arbeitsmittelpunkt im häuslichen Arbeitszimmer haben. Das ist bei Heimarbeitern der Fall. Doch diese Variante trifft viel mehr auf Selbstständige zu.
Vorteil dabei ist, dass dann die Aufwendungen für Miete, Nebenkosten, Renovierungen unbegrenzt und anteilig für die Fläche, die das Arbeitszimmer von der gesamten Wohnung ausmacht, bei der Steuererklärung eingereicht werden dürfen.

Was wenn ich kein Arbeitszimmer habe und trotzdem Zuhause arbeite?

Seit dem Jahr 2020 kannst du nun deine Arbeit von Zuhause aus auch dann steuerlich geltend machen, wenn du kein separates Arbeitszimmer hast. Hierfür wurde die Homeoffice-Pauschale eingeführt. Diese zählt zu den Werbungskosten und beträgt 5 Euro pro Tag und kann an maximal 120 Tagen im Jahr geltend gemacht werden. Maximal kommst du hier also auf einen Betrag von 600 Euro, der allerdings erst dann gilt, wenn du über den Arbeitnehmerfreibetrag von 1000 Euro kommst. Was das alles bedeutet, kannst du hier nachlesen.

Was kann ich alles im Arbeitszimmer und Homeoffice absetzen?

Bei der Einrichtung eines Arbeitszimmers kommen viele Kosten zusammen. Du kannst anteilig von der Gesamtmiete folgende Kosten steuerlich absetzen:

Beachte, dass für Anschaffungsgegenstände wie Arbeitsmittel die Abschreibung über die Nutzungsdauer gilt.

Verhältnismäßigkeit beachten

Ein neuer Apple Mac Pro als Arbeitscomputer ist okay. Aber eine Kristalllampe für die Decke eines Arbeitszimmers scheint nicht verhältnismäßig zu sein. Luxusgegenstände akzeptiert das Finanzamt leider nicht. Solche Posten streicht das Finanzamt gern oder zweifelt die Existenz eines Arbeitszimmers sogar komplett an.

Im Zweifelsfall: Besuch vom Finanzamt

Wenn es um das Absetzen eines Arbeitszimmers geht, ist das Finanzamt oft misstrauisch. Einige Steuerzahler versuchen bei der Steuererklärung zu tricksen und geben eine Arbeitsecke im Wohnzimmer als Arbeitszimmer an. Oder es ist ein Arbeitszimmer eingerichtet, wird aber gleichzeitig als Gästezimmer genutzt. Zweifelt das Finanzamt die Existenz eines Arbeitszimmers an, muss man mit dem Besuch eines Finanzbeamten rechnen. Mindestens aber musst du diesen Fragebogen zum häuslichen Arbeitszimmer ausfüllen.

Deshalb überlege dir, ob alle Voraussetzungen gegeben sind. Anderenfalls kannst du bestimmte Posten auch als Arbeitsmittel absetzen. Das ist im Zweifel der sicherere Weg. Das Arbeitszimmer ist bei der Steuererklärung ein sehr umstrittenes Thema.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kannst du dein Arbeitszimmer absetzen:

  • Du nutzt das Arbeitszimmer fast ausschließlich beruflich
  • Du hast keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung bzw. ist dein zu Hause auch der Mittelpunkt deiner Tätigkeit
  • Dein Arbeitszimmer ist wie ein Arbeitsraum eingerichtet
  • Dein Arbeitszimmer ist von der restlichen Wohnung durch eine schließbare Tür getrennt

Falls diese Punkte bei dir nicht gegeben sind, gibt es andere Möglichkeiten Steuern zu sparen:
Du kannst bestimmte Gegenstände auch als Arbeitsmittel (Werbungskosten), beispielsweise einen Computer oder einen Schreibtisch, absetzen. Das ist im Zweifel der sicherere Weg. Hierbei solltest du beachten, dass für viele Anschaffungsgegenstände eine Abschreibung über eine festgelegte Nutzungsdauer gilt.

Arbeitszimmer: Neue Urteile und besondere Situationen

In einem Urteil vom Dezember 2016 bezog der Bundesfinanzhof die Höchstgrenze von 1.250 Euro nicht mehr auf das Objekt, also auf das Arbeitszimmer, sondern auf die Personen, die es nutzten. Damit legitimierte er, dass auch mehrere Personen das gleiche Zimmer nutzen können und alle – bei bestehendem Anspruch – den Höchstbetrag von 1.250 Euro geltend machen dürfen.

Andersherum bedeutet dieses Urteil aber auch, dass wenn eine einzige Person, zwei Arbeitszimmer benötigt, nur einmal der Höchstbetrag berücksichtigt werden kann. Das gilt dann sowohl für zwei Arbeitszimmer in derselben Wohnung wie auch für unterschiedliche Wohnungen.

Eine andere Variante ist die Vermietung des Arbeitszimmers an deinen Arbeitgeber. Somit wandelt sich derselbe Raum von einem häuslichen Arbeitszimmer zu einem Büro deines Arbeitgebers. Erkennt das Finanzamt den Vertrag zwischen dir und deinem Arbeitgeber an, hast du ein dauerhaftes, unstrittiges Homeoffice. Die erhaltenen Mietzahlungen musst du jedoch als Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung versteuern.

Für alle, die keinen Arbeitsplatz vom Arbeitgeber gestellt bekommen und auch die Vorgaben für ein häusliches Arbeitszimmer nicht erfüllen, kann ein gemieteter Schreibtisch in einem Büro oder Co-Working-Space die Alternative sein. Dann stellen sich auch keine Fragen zum Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit oder der ausreichenden Größe der Wohnung.

Disclaimer

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