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Gehaltserhöhung & Steuer – Was bleibt netto übrig?

Eine Gehaltserhöhung kann große Freude mit sich bringen, denn harte und gewissenhafte Arbeit sollte auch die dementsprechende Anerkennung verdienen. Gibt es jedoch Situationen, in denen sich eine Gehaltserhöhung vielleicht doch nachteilig auswirken könnte? Erfahre hier, woran das liegen könnte.
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Steuererhöhung bei Gehaltserhöhung

Du machst einen guten Job, dein*e Chef*in ist stolz auf dich und möchte dich gerne mit einer Gehaltserhöhung belohnen. Am Ende des Monats stellst du jedoch fest, dass deine Gehaltsabrechnung anders aussieht als erwartet und du weniger Geld von deiner Gehaltserhöhung auf deinem Konto ausgezahlt bekommst, als du erwartet hast. Der Grund: Bei einer Steigerung deines Gehalts steigt auch deine Steuerlast.

Progression und andere Belastungen

Ab der Überschreitung des Grundfreibetrags, der das Existenzminimum darstellen soll, fallen für deine Einkünfte Steuern an. Grundsätzlich gilt: Je mehr du verdienst, desto höher ist der prozentuale Steuersatz. Es gibt also keinen einheitlichen Anteil, den du von deinem Gehalt abziehen musst, sondern mit deinem Gehalt steigt auch der Anteil an Steuern, den du zahlen musst.

Brutto-Einkommen Steuersatz (inkl. Solidaritätszuschlag) Steuerbetrag
(gerundet)
Netto-Einkommen
9.744 Euro 0 % 0 Euro 9.744 Euro
24.000 Euro 13,94 % 3.346 Euro 20.654 Euro
48.000 Euro 23,39 % 11.228 Euro 36.772 Euro
72.000 Euro 30,00 % 21.596 Euro 50.404 Euro
96.000 Euro 34,24 % 32.876 Euro 63.124 Euro

Alle Zahlen entstanden auf Grundlage des Einkommensteuer-Rechners des Bundesamts für Finanzen. für das Steuerjahr 2021.
Wenn du statt 24.000 Euro das Doppelte verdienst, also 48.000 Euro, dann hast du Netto nicht automatisch doppelt so viel Geld zur Verfügung. Mit jedem Euro, den du mehr verdienst, steigt auch dein Steuersatz um ein paar Prozentpunkte bis maximal 45 Prozent (Reichensteuersatz).

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Weniger Geld nach Gehaltserhöhung?

Insofern man Sozialleistungen wie Hartz IV und/oder Wohngeld bezieht, kann es sein, dass man eventuell Kürzungen in Kauf nehmen muss, wenn das Gehalt steigt. Daraus kann sich im Endeffekt eine Situation ergeben, in der man tatsächlich weniger Geld zu Verfügung hat als vor der Gehaltserhöhung. Es wäre also sinnvoll, wenn du vorher deine finanzielle Lage betrachtest und dir die Grenzen der Sozialleistungen vor Augen hältst, um dies zu vermeiden. Denn deine wohlverdiente Gehaltserhöhung soll dir selbstverständlich Freude bereiten.

Anpassung der Steuersätze

Der Staat versucht einer Progression entgegenzuwirken, indem er die Steuersätze von Jahr zu Jahr anpasst und die Grundfreibeträge leicht anhebt, denn er geht davon aus, dass deine Lebenshaltungskosten (Essen, Miete, Benzin, etc.) steigen.

Möglichkeiten für deinen Arbeitgeber

Solltest du in der Tat feststellen, dass eine Gehaltserhöhung Kürzungen deiner sozialen Leistungen veranlasst, gibt es eine gute Alternative, auf die du und deine Führungskraft zurückgreifen können. Sie kann dir statt einer Gehaltserhöhung auch Gutscheine schenken und Sachzuwendungen machen. Diensthandy, Firmenlaptop, Tankkarte, Jahresticket für den Bus, Gesundheitsförderung und viele weitere Zuwendungen können dir helfen, deine eigenen Kosten zu senken, wenn schon deine Einnahmen nicht steigen. Der Vorteil ist, dass die Steuerlast je nach Leistung hier viel geringer ist als bei einer einfachen Gehaltserhöhung.
Wir haben für euch alle steuerfreien und steuerpflichtigen Gehaltsextras hier zusammengetragen.

Beachte jedoch:

Zuwendungen vom Arbeitgeber statt einer Gehaltserhöhung bedeuten auch, dass sich der Beitrag deiner Sozialabgaben nicht erhöht und du somit auch keine höhere Rente im Alter bekommst.

DISCLAIMER
Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keine*n zertifizierte*n Steuerberater*in. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Torsten Elsner
von Torsten Elsner
veröffentlicht am: 13.12.2018
aktualisiert am: 19.08.2022

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