Steuerklasse 6
Die Steuerklasse mit hohen Abgaben
für den Zweitjob

Die Steuerklasse 6 hat kein gutes Image, denn sie ist die Steuerklasse mit den höchsten Abgaben. Ab wann betrifft sie dich als Steuerpflichtigen und mit welchen Abzügen musst du rechnen?

Einordnung in die Steuerklassen 1 bis 5 und 6

Wenn du in Deutschland ein Einkommen erwirtschaftest, zahlst du darauf Einkommenssteuer. Im Fall der nicht-selbstständigen Arbeit ist das die Lohnsteuer. Wie hoch diese für dich ausfällt, richtet sich nach der jeweiligen Steuerklasse, die das Finanzamt in erster Linie nach dem Familienstand zuordnet.

So gibt es sechs Steuerklassen:

  • Bist du ledig und ohne Kind, gehörst du automatisch der Steuerklasse 1 an, in der man etwas weniger von Vergünstigungen profitieren kann.
  • Steuerklasse 2 gilt in der Regel für Alleinerziehende mit Kinderfreibeträgen.
  • Im Gegensatz dazu haben Ehepaare die Wahl und können sich für unterschiedliche Kombinationen der Steuerklassen 3 bis 5 entscheiden, wie beispielsweise 3 und 5 – so oder andersherum – oder 4 und 4. Gegebenenfalls können sie durch geschickte Aufteilung zwischen beiden Gehältern Steuern sparen.

Die Steuerklasse 6 dagegen hat nichts mit dem Familienstand zu tun und wird erst relevant, wenn du zwei Jobs hast. Sobald die Einkünfte deines Nebenjobs die Grenze von 450 Euro übersteigen, benötigst du eine zweite Steuerklasse – die Steuerklasse 6. Für diese weitere Zuordnung ist nicht wichtig, in welche Steuerklasse du mit deiner hauptberuflichen Tätigkeit fällst.

Verdienst du weniger als 450 Euro, handelt es sich um einen Minijob, der von deinem Arbeitgeber pauschal versteuert wird. Die Steuerklasse ist dann nicht relevant.

Ein Beispiel zu Verdeutlichung

Du bist unverheiratet, hast keine Kinder und arbeitest 25 oder 30 Stunden pro Woche bei deiner hauptberuflichen Tätigkeit. In diesem Fall wirst du über Steuerklasse 1 besteuert. Um deine restliche Kapazität zu füllen, suchst du dir einen Nebenjob. Der zweite Job – und auch jeder weitere – gehört dann in die Steuerklasse 6.

Ergänzend zu dem obigen Beispiel:
Für deine Einkünfte aus deiner hauptberuflichen Tätigkeit – die mit der Klasse 1 verbunden sind – gilt zunächst der Grundfreibetrag, der für 2019 bei 9.168 Euro liegt. Hinzu gewährt das Finanzamt dir noch den Arbeitnehmerpauschbetrag, eine Pauschale für deine Werbungskosten. Erst dann wird dein Einkommen versteuert. Dein zusätzliches Gehalt aber, das über die Steuerklasse 6 läuft, wird von dem ersten Euro an versteuert.

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Hohe Abzüge in Steuerklasse 6

Leider siehst du dich bei deinem Zweitjob mit zunächst hohen Abgaben konfrontiert, von denen du unter Umständen nach der Steuererklärung etwas erstattet bekommst. Da die Steuerklasse 6 immer nur für eine zusätzliche Tätigkeit genutzt wird, entfallen hier die Freibeträge, die die Steuerlast bei allen anderen Klassen mindern.

Hinweis:
Eine Ausnahmen gibt es bei einer Nebentätigkeit in einer gemeinnützigen Organisation oder über den Altersentlastungsbetrag.

Worauf solltest du bei der Steuerklasse 6 achten?

Schon bevor du einen Nebenjob annimmst, lohnt es sich, abzuschätzen, wie viel Abgaben darauf anfallen werden. Hierbei kann dir der Lohnsteuerrechner des Bundesministeriums für Finanzen helfen. Einen Vorteil hast du nämlich: Du darfst selbst entscheiden, welchen Job du in welche Steuerklasse einordnen möchtest.

In der Regel ist es sinnvoll, die niedrigeren Einkünfte in die Steuerklasse 6 zu schieben. In manchen Fällen kann es auch günstiger oder genauso lukrativ sein, stattdessen einen Minijob anzunehmen.

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