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Steuertipps

Abfindungen versteuern – Das musst du beachten

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zuletzt aktualisiert am 22. April 2022

Im Falle einer Kündigung wird häufig eine Abfindung als Entschädigung gezahlt. Jedoch muss diese voll versteuert werden. Wie das funktioniert, erklären wir im folgenden Artikel.

Was ist eine Abfindung?

Eine Abfindung ist eine einmalige Sonderzahlung des Arbeitgebers, die einem*r Arbeitnehmer*in zur Beendigung der Tätigkeit gezahlt wird. Damit wird die arbeitende Person für den Arbeitsplatzverlust und vor allem für den zukünftigen Verdienstausfall entschädigt.

Ein gesetzlicher Anspruch auf die Abfindung besteht nicht. Somit ist auch die Höhe einer möglichen Zahlung nicht konkret geregelt. Im Allgemeinen gilt ein halbes Monatsgehalt pro Arbeitsjahr im Unternehmen als angemessen.

Muss die Abfindung versteuert werden?

Die Abfindung ist nicht steuerfrei. Seit 2006 muss die Zahlung komplett versteuert werden. Abfindungen gelten als außerordentliche Einkünfte (§34 EStG), die du dementsprechend in deiner Steuererklärung angeben musst. Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) musst du darauf aber nicht zahlen.

Durch die Progression erhöht sich der Steuersatz mit steigendem Einkommen. Das kann sich besonders bei einer hohen Abfindung negativ auswirken. Dein Steuersatz stiege dann stark an und du musst mehr Steuer zahlen.

Gibt es Möglichkeiten Steuern bei der Abfindung zu sparen?

Mit der sogenannten Fünftelregelung gibt es aber eine Möglichkeit, die Höhe der Steuer etwas abzufedern (geregelt in §34 EStG). Dabei wird die volle Summe versteuert, aber nur ein Fünftel wirkt sich auf den Steuersatz aus. Von der Fünftelregelung profitieren vor allem Personen mit einer hohen Differenz zwischen Abfindung und zu versteuerndem Einkommen.

Die Fünftelregelung – Eine Beispielrechnung:

Max Taxmann (Steuerklasse I) hat seinen Arbeitsplatz verloren und erhält von seinem Ex-Arbeitgeber eine Abfindung von 10.000 Euro. Nach Abzug aller Aufwendungen (Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen) bleibt ein zu versteuerndes Einkommen von 30.000 Euro.

Fünftelregelung_m

Wie du in dem Beispiel siehst, fällt die Steuer-Ersparnis eher gering aus. Doch selbst für diese müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die Abfindung muss in einem Kalenderjahr gezahlt werden.
    Damit du die Fünftelregelung für die Steuer nutzen kannst, musst du die Abfindung im Laufe eines Kalenderjahres erhalten. Während dieser Zeitspanne sind auch mehrere Ratenzahlungen beispielsweise im März, Juni und September möglich. Falls es doch zu einer Nachzahlung im Folgejahr kommt, darf diese höchstens 10 % der Hauptleistung ausmachen (es gab ein neues Urteil vom Bundesfinanzhof: Urteil vom 13. Oktober 2015, Az. IX R 46/14). Andernfalls kann das Finanzamt die Anwendung der Fünftelregelung nachträglich versagen.
  2. Es muss zu einer sogenannten Zusammenballung von Einkünften kommen.
    Das bedeutet, dass deine Einkünfte durch die Abfindung im Vergleich zu den wegfallenden Einnahmen höher sein müssen.
    Reale Einkünfte des Kalenderjahres + Abfindung > Reale Einkünfte + wegfallende Einkünfte durch Kündigung

Wo muss ich die Abfindung eintragen?

Die Steuern der Abfindung führt dein Ex-Arbeitgeber ab. Er prüft auch, ob bei dir die Voraussetzungen für die Fünftelregelung gegeben sind.

Bei deiner Steuererklärung trägst du die Daten in die Anlage N ein:

formular_n_Abfindung

Deine Unterlagen zur Abfindungsregelung (Aufhebungsvertrag und Abfindungsvereinbarung) musst du nur einreichen, wenn das Finanzamt dich deshalb kontaktiert. Durch sie wird im Zweifel auch geprüft, ob dein Arbeitgeber die Fünftelregelung angewandt hatte. Falls nicht, kann sie nun nachträglich genutzt werden. Möchtest du das Maximum aus deiner Abfindung herausholen und komplizierte Formulare vermeiden? Taxfix hilft dir bei deiner Steuererklärung – ganz ohne Steuerdeutsch.

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