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Steuererklärung für Familien
Erfahre, wie der Staat euch an vielen Stellen unterstützt

Kinder und die Steuererklärung

Neue Kleidung, Ausbildung, Musikunterricht, Ferienlager und vieles mehr: Neben all der Freude kosten Kinder auch viel Geld. Doch an einigen Ausgaben für die lieben Kleinen beteiligt sich der Staat. Neben verschiedenen Freibeträgen und dem Kindergeld kannst du so auch manche Aufwendung in deiner Steuererklärung geltend machen. Für jedes Kind kannst du daher die Anlage K ausfüllen.

Bereits mit der Hochzeit bieten sich viele steuerliche Vorteile. Als Beispiele seien nur die Möglichkeit zur gemeinsamen steuerlichen Veranlagung und das Ehegattensplitting genannt. Wie du diese Vorteile nutzt, erfährst du in unserem Ratgeber Steuervorteile durch die Ehe.

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Kindergeld und Kinderfreibetrag sind zwei unterschiedliche Förderungen, mit denen der Staat Familien unterstützt. Beim Kindergeld erhältst du Zahlungen, der Kinderfreibetrag dagegen reduziert deine Einkommenssteuer. Du kannst entweder das eine oder das andere Angebot in Anspruch nehmen, beides geht jedoch nicht.

Im Zuge deiner Steuererklärung nimmt das Finanzamt dann eine sogenannte Günstigerprüfung vor und errechnet, welche Variante für dich vorteilhafter ist.

Der Kinderfreibetrag orientiert sich am Existenzminimum des Kindes. Das liegt für das Jahr 2019 bei 7.620 Euro. Die Inanspruchnahme der Kinderfreibeträge lohnt sich in der Regel erst ab einer bestimmten Einkommenshöhe.

Kindergeld gibt es nicht nur für leibliche, sondern auch für adoptierte und Pflegekinder. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass die Kinder auch in deinem Haushalt leben. Die Förderungsbeträge werden jährlich angepasst: Ab Juli 2019 gibt es für das erste und das zweite Kind jeweils 204 Euro, für das dritte Kind bereits 210 Euro und für jedes weitere 235 Euro.

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In vielen Fällen geht der Kindergeldanspruch über die Volljährigkeit hinaus, beispielsweise wenn sich das Kind in der Ausbildung oder im Studium befindet. Dann gilt der Anspruch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Sind das Studium oder die Ausbildung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen, kann sich der Anspruch sogar noch weiter verlängern. Bei Azubis war der Anspruch in der Vergangenheit abhängig von der Höhe der Ausbildungsvergütung. Diese Einschränkung ist inzwischen hinfällig.

Außerdem wird weiterhin Kindergeld gezahlt, wenn eine Unterbrechung von maximal vier Monaten zwischen verschiedenen Ausbildungsphasen vorliegt, z.B. zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung oder des Studiums. Des Weiteren gibt es eine Fortzahlung des Kindergelds, wenn das Kind aufgrund einer Behinderung nicht selbst für sich sorgen kann.

Ausführliche Informationen zum einmaligen Corona-Kinderbonus erhältst du hier.

Elterngeld und der Anspruch darauf

Elterngeld dient dazu, frisch gebackene Eltern zu unterstützen. Es bietet einen Ausgleich für das wegfallende Gehalt nach der Geburt des Kindes. Aber völlig gleich, ob du angestellt, selbstständig, erwerbslos, im Studium oder der Ausbildung bist – alle jungen Eltern haben Anspruch auf diese Leistung.

Elterngeld wird dir für maximal 14 Monate ausgezahlt, kann aber auch zwischen dir und deinem Partner aufgeteilt werden. Dann reduziert sich der Bezugszeitraum jedoch auf 12 Monate. Die Höhe richtet sich nach eurem vorherigen Einkommen.

Steuerliches: Da es sich um eine Lohnersatzleistung handelt, musst du die Zahlungen nicht versteuern, sie unterliegen aber dem Progressionsvorbehalt, d.h. dein persönlicher Steuersatz kann dadurch steigen.

Welche Kosten in Zusammenhang mit Kindern kannst du absetzen?

Ein bestätigter Kindergeldanspruch ist auch für andere Posten relevant: Wenn dein bei dir lebendes Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, darfst du die Betreuungskosten von der Steuer absetzen.

Hierunter fallen beispielsweise

  • die Aufwendungen für die Kindertagesstätte,
  • die Tagesmutter oder
  • die Haushaltshilfe, die während ihrer Arbeit auch deinen Nachwuchs beaufsichtigt.

Sofern das Kind von einer Behinderung betroffen ist, gibt es keine Altersbeschränkung.

Es können zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten im Jahr als Sonderausgaben abgesetzt werden. Berücksichtigt werden dabei dabei jedoch maximal 6.000 Euro.

Als Sonderausgaben gelten auch von dir gezahlte Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, ebenso ein Teil des Schulgeldes, das du für eine Privatschule ausgibst.

Nachhilfe, Sport- oder Musikunterricht werden vom Finanzamt nicht berücksichtigt. Spezielle Situationen, wie ein Umzug in ein anderes Bundesland oder eine Lernschwäche können bei der Nachhilfe jedoch als Ausnahmen gelten.

Das volljährige Kind

Ist dein Kind bereits volljährig und du unterstützt es, indem du die Kosten für den Unterhalt und die Berufsausbildung trägst, kannst du bei vorhandenem Kindergeldanspruch auf den Ausbildungsfreibetrag zurückgreifen. Dieser liegt bei 924 Euro jährlich.

Aber auch wenn du kein Anrecht auf Kindergeld hast, gibt es die Möglichkeit die Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen anzugeben. Die Höhe des Betrages richtet sich dann nach dem jährlichen Grundfreibetrag (2019: 9.168 Euro).

Unterstützung bei der Altersvorsorge: Riester-Rente

Wenn du einen Vertrag für die staatlich geförderte Altersvorsorge (Riester-Rente) abgeschlossen hast, trägt dein Nachwuchs bereits ab seiner Geburt zu deiner Altersabsicherung bei. Dann gibt es jährlich pro Kind eine Zulage von 185 Euro, für nach 2008 Geborene sogar 300 Euro. Um die volle Förderung zu bekommen, musst du mindestens 4% deines Bruttoeinkommens in diese Rente einzahlen.

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