Erinnerungsbriefe:
Mahnbescheide vom Finanzamt

7. November 2019

Die deutschen Finanzämter haben im Oktober vermehrt Briefe versandt, um Steuerzahler an die Abgabe ihrer Steuererklärung zu erinnern. Hast du einen dieser Briefe erhalten? Dann informier dich in diesem Beitrag darüber, was du jetzt unbedingt machen und beachten solltest.

Falls du deine Einkommensteuererklärung für 2018 nicht rechtzeitig abgegeben hast, dann hast du höchstwahrscheinlich in den letzten Wochen einen Brief von deinem Finanzamt im Briefkasten entdeckt. Denn pünktlich zum Herbstbeginn mahnt das Finanzamt alle Steuerzahler ab, die zur Abgabe ihrer Steuererklärung verpflichtet sind, jedoch noch nichts eingereicht haben. Nach Informationen des Statistischen Bundesamts machen rund 50% aller Steuerpflichtigen keine Steuererklärung.

Welche Strafen können auf mich zukommen?

Für “Zuspätkommer” und mögliche Steuerhinterzieher wird der Verspätungszuschlag 2019 wie folgt berechnet: Für jeden angefangenen Verspätungsmonat zahlt man 0,25 Prozent von dem vom Finanzamt festgesetzten Steuerbetrag abzüglich der Vorauszahlungen und der anzurechnenden Steuerabzugsbeträge. Der Zuschlag liegt bei mindestens 25 Euro für jeden Monat der Verspätung. Insgesamt darf der Verspätungszuschlag 25.000 Euro nicht übersteigen. (§ 152 AO Verspätungszuschlag).

Bei Steuernachzahlungen werden ab dem 15. Verspätungsmonat zusätzlich Zinsen fällig. Die Höhe liegt bei 0,5 Prozent für jeden folgenden vollen Verspätungsmonat. Die Zinsen berechnet das Finanzamt bei Steuernachzahlungen. Im Falle einer Steuererstattung bekommt der Steuerzahler diese Zinsen ausgezahlt.

Was sollte ich jetzt unbedingt tun?

Vorab: Falls du noch keinen Brief vom Finanzamt bekommen hast, du jedoch zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet bist, dann werde jetzt aktiv. Reiche schnellstmöglich deine Steuererklärung nach.

Grundsätzlich solltest du einer Aufforderung vom Finanzamt Folge leisten, auch wenn du der Meinung bist, nicht zur Abgabe verpflichtet zu sein. Wenn du die neue Frist ebenfalls verstreichen lässt, kannst du in aller Regel nicht mehr damit rechnen, dass das Finanzamt den Ermessensspielraum zu deinen Gunsten auslegt.

In Zweifelsfällen hast du die Möglichkeit, mit einem plausiblen Grund die verspätete Abgabe der Steuererklärung aufzuklären. Dann kannst du sogar eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen. Die Gewährung der Fristverlängerung liegt jedoch abermals im Ermessensspielraum des Finanzamtes.

Wer ist verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben?

Es gibt acht Kriterien, die einen Steuerzahler dazu verpflichten, eine Steuererklärung einzureichen:

    1. Berufstätige Ehegatten, die zusammen veranlagt und in Steuerklasse III oder V sind;
    2. Jeder, der neben seinem Hauptberuf noch weitere Einkünfte erzielt hat, die 410 Euro überstiegen;
    3. Steuerzahler, die in 2018 zeitgleich mehrere Beschäftigungsverhältnisse hatten (Steuerklasse VI);
    4. Steuerzahler, die einen Freibetrag in Anspruch genommen haben;
    5. Ehegatten, die zusammen veranlagt waren, sich aber in 2018 scheiden ließen bzw. seit 2018 dauernd getrennt leben;
    6. Wer 2018 Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld bezogen hat. Das gilt auch für andere Lohnersatzleistungen wie etwa Kranken-, Mutterschafts- oder Elterngeld, wenn die Beträge den Höchstbetrag von 410 Euro im Jahr übersteigen;
    7. Personen, die Geld auf ausländischen Konten haben;
    8. Personen, die Zins- und Dividendeneinnahmen hatten.

Info: Das Finanzamt weiß mehr als du denkst. Erfahre wie die Finanzbehörden Informationen über Steuerzahler sammeln.

Zusammenfassung

  • Lass die genannte Frist nicht verstreichen
  • Lass dem Finanzamt die angeforderten Informationen bzw. die ausstehende Steuererklärung umgehend zukommen
  • Beachte in Zukunft die Abgabefristen
  • Lass die Abgabefrist nicht erneut verstreichen! Erledige deine Steuererklärung ohne Fachwissen in nur 22 Minuten.

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