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Steuererklärung für Rentner
Als Rentner Steuern zahlen:
Wann ist eine Steuererklärung notwendig?

    Wer dachte, dass sich das Thema Steuern mit dem Verlassen der Arbeitswelt erledigt hat, der hat sich geirrt: Mehr als fünf Millionen Rentner zahlen in Deutschland Steuern. Aber es gibt Möglichkeiten, diese über verschiedene Freibeträge gering zu halten.

    Wann musst du als Rentner eine Steuererklärung einreichen?

    Sobald deine steuerpflichtigen Einkünfte den Grundfreibetrag übersteigen, wird eine Steuererklärung für dich – auch aus eigenem Interesse – relevant. Für das Jahr 2019 liegt der Freibetrag bei 9.168 Euro für Ledige und für Ehepaare bei 18.336 Euro.

    Doch zunächst einmal ist wichtig zu ermitteln, was überhaupt zu deinen steuerpflichtigen Einnahmen zählt. Mit dem 1. Januar 2005 ist das Alterseinkünftegesetz in Kraft getreten, das festlegt, welcher Anteil deiner Rente unter die Steuerpflicht fällt. Die Neuregelung dient dem Zweck, stufenweise die Renten zu einer „nachgelagerten Besteuerung“ umzuwandeln.

    Die Alterseinkünfte sollen letztlich vollständig mit der Einkommenssteuer belegt werden. Als Ausgleich sollen die Beiträge, die während der Berufstätigkeit gezahlt werden, um sich einen Rentenanspruch zu erwerben, von der Steuer befreit werden.

    Jahr des Renteneintritts ist entscheidend

    Somit hängt die Höhe des steuerpflichtigen Anteils der Rente von dem Jahr ab, in das dein Renteneintritt fällt.

    Wer bis zum Jahr 2005 in Rente gegangen ist, der muss 50 Prozent seiner Rente versteuern. Ab 2006 sind es 52 Prozent. Jedes Jahr steigt dieser Anteil zunächst um zwei, ab 2020 um ein Prozent, bis 2040 die Rente zu 100 Prozent versteuert werden muss.

    Jahr des Rentenbeginns
    Besteuerungsanteil in Prozent
    Bis 2005
    50
    2006
    52
    2007
    54
    2008
    56
    folgende Jahre
    plus 2 Prozent
    2020
    80
    2021
    81
    2022
    82
    folgende Jahre
    plus 1 Prozent
    ab 2040
    100

    Bis dahin aber profitieren auch alle Neurentner noch von ihrem persönlichen Rentnerfreibetrag. Um das etwas klarer zu machen, folgendes Beispiel:

    Der ledige Herr Schneider ist 2007 in Rente gegangen und bekommt 20.000 Euro brutto jährlich. Auf 54 Prozent dieses Betrags, d.h. auf 10.800 Euro, zahlt er Steuern. Sein Rentnerfreibetrag liegt also bei 9.200 Euro. Dieser Betrag wird zum Renteneintritt festgesetzt und bleibt über die Jahre gleich – selbst wenn Herr Schneiders Rente sich erhöhen sollte. Da der Grundfreibetrag für 2019 bei 9.168 Euro liegt, muss der Herr Schneider – sofern er nichts von der Steuer absetzen kann – auf die restlichen 1.632 Euro Steuern zahlen.

    Mit der Steuererklärung erhalten Rentner die Möglichkeit, anfallende Ausgaben geltend zu machen.

    Generell betrifft die Rentenbesteuerung nicht nur die gesetzlichen Renten, sondern auch die private Vorsorge, wie die Riesterrente oder die betriebliche Altersvorsorge.

    Was gibt es bei der Rentenbesteuerung zu beachten?

    Spätestens, wenn das Finanzamt dich auffordert, eine Steuererklärung abzugeben, solltest du dem nachkommen. Denn ansonsten schätzt das Finanzamt dein Einkommen und das ist meist weniger vorteilhaft, da dann eventuell nicht alle deine Ausgaben berücksichtigt werden. In diesem Falle drohen Nachzahlungen.

    Bedenken solltest du auch, dass alle Arten von Einnahmen zusammengerechnet werden. So zählen nicht nur die Bezüge aus der Rente, sondern auch beispielsweise Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, eventuell auch ein Gehalt aus einer Nebentätigkeit. Wie bei Arbeitnehmern gilt: Mit dem Einkommen steigt der persönliche Steuersatz. Umso wichtiger also, dass du dir über die Möglichkeiten, was du alles als Rentner absetzen kannst, im Klaren bist.

    Rente schonen: Welche Posten kannst du absetzen?

    Über manche Punkte in deiner Steuererklärung kannst du deine Einnahmen reduzieren, über andere direkt deine Steuerlast senken.

    So kannst du beispielsweise Kosten, die aufgrund einer Krankheit für Ärzte und Medikamente angefallen sind, genau wie Pflegeheim- und Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastungen einreichen. Beiträge für Kranken-, Pflege- und Haftpflichtversicherungen wie Spenden zählen in die Sonderausgaben.

    Bei Vorliegen einer Behinderung darf der Behinderten-Pauschbetrag geltend gemacht werden, der die aufgrund der Behinderung regelmäßig anfallenden Kosten übernimmt.

    Solltest du über 64 Jahre sein, kannst du zusätzlich von dem Altersentlastungsbetrag profitieren. Um welche Höhe du jährlich dein zu versteuerndes Einkommen drücken kannst, richtet sich nach deinem Geburtsjahr und liegt höchstens bei 1.900 Euro.

    Als weitere Posten kommen Werbungs- und Handwerkerkosten oder Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen in Frage.

    Berufstätig im Alter: Fallen für einen Job Steuern an?

    Wenn du die Regelaltersgrenze erreicht hast, darfst du so viel hinzuverdienen, wie du möchtest, ohne, dass deine Rente gekürzt wird. Dennoch müssen alle Einkünfte, sobald sie den Grundfreibetrag übersteigen, in der Steuererklärung angegeben werden.

    Um welche Art von Einkünften es sich handelt, spielt nur eine Rolle bei der Höhe der Steuern. Abhängig davon, ob die Einnahmen aus selbstständiger und nicht selbstständiger Arbeit, aus Vermietung und Verpachtung oder beispielsweise Kapitalanlagen kommen, werden sie steuerlich unterschiedlich gehandhabt.

    Eine Ausnahme bildet der Mini-Job. Bis 450 Euro oder jährlich 6.300 Euro dürfen steuerfrei dazu verdient werden und auch, wenn du noch nicht die Regelaltersgrenze überschritten hast, fallen keine Rentenkürzungen an. Bei einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit sieht das in der Regel anders aus. Das Gehalt wird zu den anderen Einkünften addiert und fällt mit unter die Besteuerung.

    Abgabefrist: 31. Oktober!
    Mach deine Steuer rechtzeitig!