Laden
Steuertipps

Muss ich Arbeitslosengeld in der Steuererklärung angeben?

Jetzt kostenlos starten
alternate

Einfache Steuererstattung mit Taxfix!

  • Ø 1.051 €
  • in 22 Minuten
x
zuletzt aktualisiert am 2. Juli 2021

Obwohl Arbeitslosengeld steuerfrei ist, musst du es in deine Steuererklärung eintragen. Hier erfährst du, warum und welche Kosten du in dieser Zeit absetzen kannst.

Wann muss ich eine Steuererklärung abgeben?

Das Arbeitslosengeld 1 (ALG 1 oder ALG I) gehört zu den sogenannten Lohnersatzleistungen . Diese sind steuerfrei, das heißt, darauf wird keine Einkommensteuer fällig. Trotzdem musst du eine Steuererklärung machen, wenn deine jährlichen Einnahmen aus Lohnersatzleistungen größer als 410 Euro sind.

Zu den Lohnersatzleistungen gehören neben ALG 1 beispielsweise:

  • Kurzarbeitergeld
  • Elterngeld
  • Krankengeld
  • Insolvenzgeld

Warum muss ich ALG 1 in die Steuererklärung eintragen?

Das steuerfreie Arbeitslosengeld 1 unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Dadurch erhöht sich der Steuersatz für dein zu versteuerndes Einkommen. Anders ausgedrückt: Das Finanzamt betrachtet Lohnersatzleistungen als Steigerung deiner finanziellen Kraft und setzt für dein restliches zu versteuerndes Einkommen einen höheren Steuersatz an.

Beispiel:

Du bist in der Steuerklasse 1 und hast im Jahr 2020 15.000 Euro eingenommen, die du versteuern musst. Zusätzlich hast du vom 1. April bis 30. September 9.000 Euro Arbeitslosengeld bezogen. Das Arbeitslosengeld selbst wird nicht versteuert, aber für den Steuersatz mitberechnet.

Dadurch erhöht sich dein Steuersatz von 7,23 % auf 14,30 %. Mit diesem Wert werden deine 15.000 Euro versteuert. Dadurch steigt die Einkommmensteuer von 1.085 Euro (ohne Progression durch ALG 1) auf 2145 Euro (mit Progression durch ALG 1).

Du kannst dir deinen persönlichen Steuersatz und die Einkommensteuer auf der Seite des Bayerischen Landesamt für Steuern ausrechnen.

Arbeitslosengeld in die Steuererklärung eintragen

Deine Angaben zum Arbeitslosengeld trägst du in der Steuererklärung an zwei Stellen ein:

1. In die Anlage N, Zeile 28 kommt der Zeitraum deiner Nichtbeschäftigung. Gemäß dem Beispiel wäre das der 1. April 2020 bis 30. September 2020. Als Nachweis eignet sich die Bescheinigung der Agentur für Arbeit.

Mit Zeiten einer Nichtbeschäftigung sind nicht Krankheitstage gemeint, du die während eines Arbeitsverhältnisses hattest.

Zeile 27 lässt du frei, denn den erhaltenen Betrag trägst du im Hauptvordruck ein. Diese Zeile wird von dir nur ausgefüllt, wenn du beispielsweise Kurzarbeitergeld bekommen hast, das auf der Lohnsteuerbescheinigung unter Nr. 15 steht.

ALG1_AnlangeN

2. In den Hauptvordruck, Zeile 96 kommt die erhaltene Summe. Hier trägst du auch deine Einnahmen aus den weiteren Lohnersatzleistungen ein. Hast du mehrere Leistungen bezogen, notiere hier die Summe aller Beträge.

arbeitslosengeld

Hinweis: Arbeitslosengeld II (auch: ALG II oder Hartz IV) unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Diese Leistung musst du nicht in deine Einkommensteuererklärung eintragen.

Klingt umständlich? Mit Taxfix geht’s einfacher

Mit Taxfix machst du deine Einkommensteuererklärung ganz ohne komplizierte Formulare. Beantworte ein paar einfach verständliche Fragen und wir übermitteln deine Steuererklärung an das Finanzamt.

Tipp: Warst du 2020 von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit betroffen, kriegt du 50 % Rabatt. Dann zahlst du bis zum 31. Dezember 2021 nur 19,99 Euro statt 39,99 Euro für die Übermittlung deiner Steuererklärung. Mehr erfährst du in den Aktionsbedingungen.

Wo finde ich die Angaben zu meinem Arbeitslosengeld?

Die erhaltenen Beträge für die Lohnersatzleistungen findest du auf dem Leistungsnachweis, den du vom jeweiligen Sozialleistungsträger erhältst. Beim Arbeitslosengeld also auf der Bescheinigung der Agentur für Arbeit. Die Daten werden aber gleichzeitig auch ans Finanzamt übermittelt. Eine Unterschlagung ist also nicht ratsam.

Steuersatz bei Ehegattensplitting

Wirst du zusammen mit deinem Ehepartner veranlagt, werden eure Einkünfte zusammengerechnet. Hierbei berücksichtigt das Finanzamt auch die steuerfreien Lohnersatzleistungen. Problem: Es kann sich ein höherer Steuersatz ergeben und damit auch eine höhere Steuer. Denn auch hier greift der Progressionsvorbehalt.

Wenn du hohe Lohnersatzleistungen bekommen hast, kann es also günstiger sein, wenn jeder seine eigene Steuererklärung macht.

Steuern sparen durch Werbungskosten

Während der Arbeitslosigkeit entstehen dir vielleicht Kosten für Bewerbungen oder Weiterbildungen. Diese kannst du in die Steuererklärung eintragen und als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Absetzen kannst du beispielsweise:

  • Bewerbungsfotos
  • Porto
  • Fahrten zum Arbeitsamt
  • Zeugnis-Beglaubigung
  • Fortbildungen

Wenn deine Werbungskosten die Einnahmen übersteigen, macht du vermutlich Verluste. Aber keine Sorge: Das Finanzamt merkt sich das. Sobald du wieder Geld verdienst, wird der Verlust mit deinen Einkünften verrechnet.

Abzüge bei Hartz 4 durch Steuererstattungen

Erhältst du ALG 2 (Hartz IV) und bekommst eine Steuererstattung vom Finanzamt, wird dir diese angerechnet auf die Bezüge. Laut § 11 SGB II zählt alles, was du zusätzlich zu den Lohnersatzleistungen beziehst, als Einkommen. So auch eine Steuererstattung. Mit dem Urteil vom 16.12.2008 (Az.: B 4 AS 48/07 R) vom Bundessozialgericht gilt die Anrechnung der Steuererstattung auf die Bezüge als zulässig.

Steuern sparen durch Werbungskosten

Während der Arbeitslosigkeit entstehen dir Kosten für Bewerbungen und eventuell Weiterbildungen. Diese kannst du in die Steuererklärung eintragen und absetzen.

Mithilfe von Taxfix kannst du bspw. unkompliziert Ausgaben für

  • Bewerbungsfotos
  • Porto
  • Fahrten zum Arbeitsamt
  • Zeugnis-Beglaubigungen

als Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Wenn du erst im Folgejahr wieder eine Stelle findest, kannst du die Werbungskosten mit dem Verlustvortrag im nächsten Jahr absetzen.
Übersteigen deine Kosten deine Einkünfte, kannst du auf diese Weise dein Minus mit dem Gewinn des Folgejahres gegenrechnen.

Solltest du auch da noch kein Einkommen haben, verschieben sich deine Verluste ins übernächste Jahr. Für den Verlustvortrag kreuzt du auf dem Mantelbogen der Steuererklärung oben „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“ an. Bei der elektronischen Version mit Elster wird das Häkchen automatisch gesetzt, wenn du deine Einträge gemacht hast und das Minus ersichtlich ist.

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest Du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.