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Spitzensteuersatz in Deutschland

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10. August 2020

Mehr als vier Millionen Bürger in Deutschland zahlen aktuell den Spitzensteuersatz. Doch was versteht man darunter und wie viel musst du als Topverdiener am Ende tatsächlich an den Fiskus zahlen?

Was ist der Spitzensteuersatz?

Gutverdiener schimpfen häufig über die Gier des deutschen Staates, der den sogenannten Leistungsträgern fast die Hälfte ihres Einkommens abknöpft. Doch was hat es damit auf sich? Ist der Spitzensteuersatz wirklich so hoch?

Generell gilt: Wer weniger verdient, zahlt auch weniger Steuern. Wer mehr verdient, zahlt mehr Steuern. In Deutschland hat jeder Steuerpflichtige somit seinen persönlichen Steuersatz. Als Grundlage dient die jährliche Steuertabelle, in der die fälligen Steuerabgaben für das jeweilige Jahreseinkommen festgehalten sind. Nach dem Grundfreibetrag von 9.408 Euro (für das Jahr 2020) steigt der prozentuale Anteil, mit dem das Einkommen bescheuert wird. Er beginnt bei 12 Prozent und erhöht sich bis zum Spitzensteuersatz.

Wie hoch ist der Spitzensteuersatz in Deutschland?

Der Spitzensteuersatz liegt bei 42 Prozent und wird ab einem Gehalt von 57.052 Euro (für das Jahr 2020) fällig. Für Ehepaare, die ihr Einkommen gemeinsam veranlagen, gilt dann natürlich der doppelte Betrag von 114.104 Euro.

Übertroffen wird diese Besteuerung nur noch von der sogenannten Reichensteuer, die um drei Prozentpunkte höher, also bei 45 Prozent, liegt. Dieser Satz kommt ab einem Jahreseinkommen von 270.501 Euro zum Tragen.

Bis Ende der 1980er Jahre lag der Spitzensteuersatz noch deutlich höher, nämlich bei 56 Prozent. Seitdem wurde er beständig abgesenkt.

Spitzensteuersatz weltweit: Wo steht Deutschland?

Geht es allein um Steuern, landet Deutschland nach einer Studie der OECD und der Wirtschaftsprüfgesellschaft PWC im weltweiten Vergleich sogar hinter den USA auf dem achten Platz. Betrachtet man aber die Abgabenlast insgesamt, also inklusive Sozialabgaben, rutscht Deutschland auf Platz zwei hinter Belgien.

Deutscher Spitzensteuersatz im EU-Vergleich

Manch einem mag das nach einem besonders gierigen Fiskus klingen, im europäischen Vergleich aber platziert sich Deutschland bei der Besteuerung hoher Gehälter eher im unteren Bereich. Nach Eurostat, der Statistikbehörde der EU, findet sich der höchste Spitzensteuersatz in Schweden. Auch Dänemark und die anderen skandinavischen Länder besteuern hier besonders stark – man spricht vom „Nordischen Modell“ – manche mit einem Satz von fast 56 Prozent. In Belgien und Portugal liegen die Steuersätze für Topverdiener ebenfalls deutlich höher als in Deutschland.

Wie wird der Spitzensteuersatz berechnet?

Alle deine Einkünfte, die du über das ganze Jahr erwirtschaftet hast, rechnet das Finanzamt zunächst einmal zusammen. Beispielsweise kommen zu deinem regelmäßigen Gehalt, eventuell noch andere Einkünfte, wie Mieteinnahmen oder Kapitalerträge.

Wenn du eine Steuererklärung einreichst, werden eine Reihe von Beträgen von dieser Summe wieder abgezogen: Freibeträge, Werbungskosten, womöglich Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen etc. – kurz alle Ausgaben, die der Fiskus anerkennt. Für den übrigen Betrag wird dann eine durchschnittliche Besteuerung berechnet, dein persönlicher Steuersatz oder auch Durchschnittssteuersatz genannt.

Bleibt dir zum Beispiel nach allen Ausgaben, die du berechtigterweise von der Steuer absetzen durftest, ein Jahreseinkommen von 60.000, zahlst du nur auf die Spitze also den Betrag zwischen 57.052 Euro und 60.000 Euro den Höchstsatz von 42 Prozent. Auf die ersten 9.408 Euro deines Einkommens zahlst du, wie alle anderen Steuerpflichtigen, gar keine Steuern und danach steigt der Steuersatz in deinem Fall bis zu 42 Prozent an.

Der höchste Steuersatz, der für den letzten Teil deines Einkommens gilt, wird auch als Grenzsteuersatz bezeichnet. Nichtsdestotrotz zahlst du im Endeffekt auf dein komplettes Einkommen einen durchschnittlichen Steuersatz, der aus all diesen unterschiedlichen Steuersätzen zwischen 12 und 42 Prozent berechnet wird. In diesem Fall liegt er bei 27 Prozent.

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