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Was kann ich als Studienkosten von der Steuer absetzen?

14. März 2019

Studenten haben während ihres Studiums hohe Ausgaben. Diese Kosten können mit einer Steuererklärung teilweise wieder hereingeholt werden. Was du als Studienkosten absetzen kannst, erklären wir dir im Einzelnen.

Du kannst diese Studienkosten absetzen:

Studiengebühren:

Semesterbeiträge und Studiengebühren zählen zu den höchsten Ausgaben, die dir im direkten Zusammenhang mit deinem Studium entstehen können. Oft betragen sie mehrere hundert Euro im Jahr und sind üblicherweise pro Semester zu entrichten. Andere Hochschulen und Universitäten verlangen monatliche Gebühren. Daneben gibt es in vielen Bibliothek Benutzergebühren, die du als Studienkosten absetzen kannst.

Kurs- und Prüfungsgebühren:

Manchmal müssen Studenten für bestimmte Kurse oder Prüfungen bezahlen. Auch Kosten für Sprachkurse sind nicht zu unterschätzen. Über das Studium hinweg sammeln sich dabei so manche Beträge an, die du absetzen kannst.

Fachliteratur:

Im Laufe des Studiums wirst du Ausgaben für Lehrbücher und Fachliteratur haben. Bei manchen Studiengängen mehr, bei anderen weniger. Daneben gibt es auch Kosten für Lehrbögen oder andere didaktische Materialien. Setze deine Bücher und Lehrmaterialien als Studienkosten ab.

Schreibmaterial:

  • Stifte
  • Schreibpapier
  • Druckerpapier
  • Druckerpatronen
  • Hefter
  • Tacker
  • Büroklammern
  • Kopierkosten

Mit der Zeit summieren sich die Klein- und Kleinstausgaben für solche Schreibmaterialien. Die Gesamtkosten in einem Studienjahr können enorm sein. Das ist alles absetzbar.

Computer:

Aus den Vorlesungssälen sind sie nicht mehr wegzudenken: Laptop, Mac und Notebook. Auch ein eigener Drucker steht bei manchen Studenten auf dem Schreibtisch. Ein PC nebst Monitor kann es auch einmal sein. Ausgaben für Computer und Computerzubehör kannst du als Studienkosten absetzen.

Tipp:
Oft werden Studien-Computer auch privat genutzt. Deshalb setze pauschal eine 50:50-Nutzung für private und Studienangelegenheiten voraus. Die Hälfte der Anschaffungskosten deines Gerätes kannst du somit von der Steuer absetzen.

Fahrtkosten:

Wenn du von deiner Wohnung in die Universität fährst oder zwischendurch noch einen Abstecher in die Spezialbibliothek in der nächsten großen Stadt machst: Alle Reise- und Fahrtkosten kannst du auch im Studium von der Steuer absetzen. Das sind 30 Cent pro gefahrenem Kilometer.

Für lange Aufenthalte in der Bibliothek an enfernten Orten oder für studentische Exkursionen kannst du sogar einen Verpflegungsmehraufwand und gegebenenfalls Übernachtungskosten ansetzen.

Für Vollzeitstudenten gilt: Der regelmäßige Weg zur Uni wird mit 30 Cent pro gefahrenem Kilometer für die einfache Strecke (nicht Hin- und Rückweg) bemessen.

Unterkunftskosten:

Wenn deine Studentenunterkunft dein Zweitwohnsitz ist, der nicht deinen Lebensmittelpunkt darstellt, kannst du die gesamte Miete als Studienkosten absetzen. Auch Fahrten zwischen deiner Studentenwohnung und deiner Hauptwohnung (beispielsweise dein Elternhaus) kannst du als Heimfahrten geltend machen. Mit 30 Cent pro gefahrenem Kilometer für den Hin- und Rückweg.

Achtung:
An deinem Hauptwohnsitz musst du mindestens 10 Prozent der Kosten übernehmen und belegen können. Erst dann darfst du deine Studentenbude als Studienkosten absetzen.

Studienkredit:

Viele Studenten können ihre Studienkosten nicht ohne Unterstützung stemmen. Wenn die Eltern die Kosten nicht übernehmen können, gibt es entweder BAföG oder Studienkredite. Wenn du diese wieder zurückzahlst, kannst du die angefallenen Studienkreditzinsen von der Steuer absetzen.

Studienplatzklage:

Manchmal reichen gute Noten für den Zugang zum Studium nicht aus. Dafür gibt es Anwälte. Deine Ausgaben für diesen juristischen Vorgang kannst du als Studienkosten von der Steuer absetzen. Darunter fallen zum Beispiel Ausgaben für Anwälte und Gerichtskosten.

Abschlussarbeit:

Am Ende eines Studiums steht die Abschlussarbeit. Sie soll zeigen, dass du das wissenschaftliche Handwerk deines Studiengangs erlernt hast und anwenden kannst. Die Druckkosten und die Ausgaben für die Bindung der Magister-, Diplom-, Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit sind als Studienkosten absetzbar.

Studentische Vereinigungen:

Bist du Mitglied in einem Alumniverein oder einer Studentenverbindung? Die Mitgliedsbeiträge kannst du in deine Steuererklärung eintragen.

Studienkosten als Werbungskosten oder Sonderausgaben absetzen?

Bisher gilt:

  • Studenten im Erststudium, die den ersten arbeitsqualifizierenden Abschluss anstreben, dürfen ihre Studienkosten nur als Sonderausgaben absetzen.
  • Studenten mit einer ersten Ausbildung, wie beispielsweise Masterstudenten oder Bachelorstudenten nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung, können ihre Ausgaben als Werbungskosten absetzen. Sie zählen dann als Fortbildungskosten.

Aktuell steht jedoch eine gerichtliche Entscheidung vor dem Bundesgerichtshof aus, in der es um die Zulässigkeit des Werbungskostenabzugs von Studienkosten aus dem Erststudium geht. Sollte sich das Gericht dafür entscheiden, dass auch Studenten die den ersten berufsqualifizierenden Abschluss anstreben, ihre Studienkosten als Werbungskosten absetzen dürfen, hat das weitreichende steuersparende Konsequenzen.

Sonderausgaben oder Werbungskosten - Warum ist das wichtig?

Du kannst Sonderausgaben nur bis zu einer Höhe von maximal 6.000 Euro absetzen. Werbungskosten sind dagegen in unbegrenzter Höhe absetzbar. Zusätzlich kannst du, wenn du in einem Jahr mehr Werbungskosten als Einnahmen hattest, die daraus resultierenden Verluste in das nächste Jahr „mitnehmen“. Dadurch wirken sich diese Werbungskosten auch noch zu einem späteren Zeitpunkt steuermindernd aus, wenn du zum Beispiel in einem festen Arbeitsverhältnis stehst. Das ist der Verlustvortrag.

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