Sparschwein

Steuerklassenwechsel – Wann und für wen lohnt es sich?

20. September 2017

Durch einen Steuerklassenwechsel kannst du in vielen Lebenslagen Steuern sparen. Wir zeigen dir, wann es sinnvoll ist.

Wer kann die Steuerklasse wechseln?

Es gibt insgesamt sieben Steuerklassen. Einen Überblick findest du im Artikel „Welche Steuerklasse habe ich”. Der Wechsel der Steuerklasse ist sinnvoll oder nötig in verschiedenen Lebenssituationen wie Heirat, Scheidung, Verwitwung, Geburt sowie einem Nebenjob zusätzlich zum Hauptberuf.

Der Wechsel lohnt sich für

  • Alleinerziehende
  • Verheiratete
  • Geschiedene
  • werdende Eltern

Zählst du zu einer der Kategorien, dann lohnt sich der Wechsel für einen höheren Nettolohn oder durch die Minderung der Steuerlast.

Steuerklasse 2 – Für Alleinerziehende

Bist du alleinerziehend? Dann profitierst du von dem Wechsel in die Steuerklasse 2. So spürst du den Vorteil des Entlastungsbetrags schon beim monatlichen Nettolohn. Im Gegensatz dazu kannst du den Entlastungsbetrag in der Steuerklasse 1 einmal jährlich in der Steuererklärung geltend machen. Der Entlastungsbetrag für ein Kind liegt bei 1.908 Euro im Jahr und 240 Euro für jedes weitere Kind. Monatlich sind das 159 Euro für ein Kind und 20 Euro pro weiterem Kind.

Bei einer Heirat oder Trennung hast du keinen Anspruch auf den Entlastungsbetrag, da du theoretisch für das gesamte Kalenderjahr das Splittingverfahren nutzen kannst.

Steuerklassenwechsel für Verheiratete

Ehepaare haben die Wahl zwischen

  • Steuerklassenkombination 3 und 5
  • Steuerklasse 4
  • Steuerklasse 4 mit Faktor

Nach der Heirat ordnet euch das Finanzamt automatisch in die Steuerklasse 4 ein. Diese ist die richtige Wahl, wenn ihr ein fast gleich hohes Einkommen habt. Wenn du und dein Partner unterschiedlich viel verdient, ist ein Wechsel in die Kombination 3/5 sinnvoll. Wer 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens verdient, wählt die Steuerklasse 3, der andere die 5. In der Steuerklasse 3 reduzieren sich deine Steuerabzüge, in der Steuerklasse 5 erhöhen sie sich.

Ihr habt als Ehepaar außerdem die Entscheidung zwischen Einzel- und gemeinsamer Veranlagung (Splitting). Beim Splitting addiert das Finanzamt beide Einkommen und teilt diese Summe durch zwei. Für dieses Ergebnis wird die Einkommensteuer berechnet und wieder verdoppelt. Dies ist normalerweise die steuerlich vorteilhaftere Variante für Ehepaare.

Bei der Einzelveranlagung gibt jeder von euch beiden eine separate Steuererklärung ab. Diese lohnt sich, wenn einer von beiden z.B. Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld erhält oder hohe außergewöhnliche Belastungen geltend machen will wegen schwerer Krankheit.

In der Steuerklasse 4 mit Faktor zahlt derjenige mit dem geringeren Gehalt entsprechend weniger Lohnsteuer. Dennoch lohnt sich die Steuerklasse für Paare, deren Gehaltsunterschied nicht sehr groß ist. Durch den Faktor wird der Splittingvorteil bereits während des Jahres berücksichtigt. Der Nettolohn ist höher, da eine genauere Höhe der Lohnsteuer für den Monat berechnet wird. Dadurch vermeidet ihr in dieser Steuerklasse Steuernachzahlungen, seid aber zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet.

Wechsel nach einer Trennung
Nach deiner Trennung hast du im gleichen Kalenderjahr noch Anspruch auf das Ehegattensplitting.

Warst du vor deiner Trennung in der Steuerklasse 3, ist die weitere gemeinsame Veranlagung vorteilhaft.
Warst du in der Steuerklasse 5, ist ein Wechsel sinnvoll.

Für Alleinerziehende, die das Kindergeld erhalten und mit dem Kind bzw. den Kindern wohnen, ist die Steuerklasse 2 eine günstige Wahl.

Steuerklassenwechsel wegen Elterngeld

Erwartest du Nachwuchs? Der Steuerklassenwechsel vor der Geburt lohnt sich, wenn ihr verheiratet und berufstätig seid und zusätzlich mehr als das Mindestelterngeld von 300 Euro in Aussicht habt. Für ein höheres Elterngeld wechselt das Elternteil in die Steuerklasse 3, das das Elterngeld in Anspruch nehmen wird.

Das Elterngeld berechnet sich auf Grundlage des Nettoeinkommens 12 Monate vor der Geburt bzw. vor dem Beginn des Mutterschutzes. Durch den Wechsel erhöht es sich bis zu mehreren hundert Euro monatlich.

Den Wechsel der Steuerklasse müsst ihr mindestens sieben Monate vor Anspruch auf Elterngeld vollzogen haben. Der Grund: Es gilt bei einer Änderung die Angabe, die in „der überwiegenden Zahl der Monate des Bemessungszeitraums gegolten hat.

Achtung: Die sechs Wochen Mutterschutz zählen nicht zu dem Zeitraum für die Berechnungsbasis des Elterngelds. So musst du bereits neun Monate vor der Geburt die Steuerklasse wechseln.

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