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Wie kann ich einen Freibetrag eintragen lassen?

11. Januar 2019

Wer monatlich mehr Netto vom Brutto haben möchte, kann sich auf der Lohnsteuerkarte einen Freibetrag eintragen lassen. Dadurch zieht der Arbeitgeber automatisch weniger Steuern und Sozialabgaben ab.

Was bringt der Lohnsteuerfreibetrag?

Monatlich zieht der Arbeitgeber Lohnsteuer und Sozialabgaben von deinem erarbeiteten Bruttogehalt ab. Die Steuern berechnen sich nach der Höhe deines Gehaltes. Ein Lohnsteuerfreibetrag senkt fiktiv dein Bruttogehalt und verringert die steuerlichen Abzüge, sodass du am Monatsende mehr Geld hast.

Übersteigen regelmäßig hohe Ausgaben den Betrag von 600 Euro, darfst du einen Freibetrag auf deiner elektronischen Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Diese Ausgaben können sein:

  • Hohe Werbungskosten – z.B. Fahrtkosten, doppelte Haushaltsführung usw.
  • Hohe Sonderausgaben – z.B. Kinderbetreuungskosten, Ausbildungskosten, Spenden usw.
  • Hohe außergewöhnliche Belastungen – z.B. Krankheitskosten, Behinderung, Heimunterbringung usw.
  • Negative Einkünfte – u.a. aus selbstständiger Arbeit, Gewerbebetrieb oder Vermietung und Verpachtung

Vorsicht bei den Werbungskosten:
Erst Beträge, die den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro übersteigen, werden zu dem 600 Euro-Betrag gezählt. Du musst also Werbungskosten über 1.600 Euro haben, um den Freibetrag auf deine elektronische Lohnsteuerkarte eintragen zu lassen.

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Freibetrag eintragen lassen – so einfach geht’s:

Die gute Nachricht ist: du kannst ganz einfach einen Freibetrag eintragen lassen. Dazu musst du diesen bei deinem Finanzamt beantragen.

Die schlechte Nachricht: du kommst an Formularen nicht vorbei. Ganze sechs Seiten musst du ausfüllen.

Download des Formulars: Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung

Den Antrag mitsamt den Nachweisen für deine Ausgaben verschickst du einfach per Post an dein Finanzamt. Wenn die Finanzbeamten dir den Lohnsteuerfreibetrag gewähren, steht dieser auf deiner elektronischen Lohnsteuerkarte. Dein Arbeitgeber weiß dann automatisch, dass er dir weniger Steuern abziehen muss.

In den Folgejahren brauchst du nur noch zwei Formularseiten einreichen, wenn sich an deiner Einkommenssituation nicht viel geändert hat.

Download des Formulars: Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung 2016

Seit 2016 kannst du den Lohnsteuerfreibetrag für zwei Jahre eintragen lassen. Dann gilt dieser ab dem 1. Januar des Beantragungsjahres bis zum 31. Dezember des Folgejahres. Dazu brauchst du in den Formularen im entsprechenden Feld nur ein Kreuz zu setzen:

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Fristen für die Lohnsteuerermäßigung

Einen Freibetrag kann man sich vom Finanzamt bis zum 30. November eintragen lassen, wenn man ihn noch in diesem Jahr nutzen will. Dann wird der komplette Betrag jedoch ausschließlich für Dezember angerechnet. Das kann dann sinnvoll sein, wenn am Jahresende eine hohe Einmalzahlung ansteht – wie beispielsweise das Weihnachtsgeld oder ein Bonus.

Wird der Lohnsteuerfreibetrag im Januar beantragt, wird er gleichmäßig auf elf Monate verteilt: von Februar bis Dezember. Willst du sichergehen, dass alle Monate mit der Lohnsteuerermäßigung berücksichtigt werden, solltest du den Freibetrag schon im Dezember für das nächste Jahr (oder die nächsten zwei Jahre) eintragen lassen.

Tipp: Nutzt du einen Freibetrag schon vor der Geburt deines Kindes, wirkt sich das auf dein Elterngeld aus, falls du dieses beantragst. Da das Elterngeld dein Nettogehalt als Berechnungsgrundlage nutzt, fällt es ebenso höher aus.

Lohnsteuerfreibetrag beantragt – Was passiert nun?

Lässt du einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen, musst du für diese Jahre eine Steuererklärung abgeben. Das Finanzamt will wissen, ob du den Lohnsteuerfreibetrag auch rechtmäßig genutzt hast.

In jedem Fall ist die Lohnsteuerermäßigung sinnvoll, wenn du stets hohe Kosten verzeichnest. Lässt du einen Freibetrag in der Lohnsteuerkarte eintragen, hast du mehr Netto vom Brutto.

Achtung: Hat sich etwas an deiner Einkommens- und Ausgabensituation geändert, musst du das deinem Finanzamt mitteilen! Hast du nicht mehr so hohe Ausgaben, kann es sein, dass du nach Abgabe deiner Steuererklärung Lohnsteuer nachzahlen musst.

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