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Krankengeld in der Steuererklärung

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Einfache Steuererstattung mit Taxfix!

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27. April 2021

Du hattest einen komplizierten Bruch oder eine langwierige Krankheit? Und du konntest deshalb mehrere Monate nicht arbeiten gehen? In diesem Fall beziehst du Krankengeld. Damit kannst du deinen Lebensunterhalt bestreiten. Doch was bedeutet das für die Steuererklärung und worauf solltest du achten?

Wann bekommst du Krankengeld?

Für den Fall, dass du tatsächlich über einen langen Zeitraum arbeitsunfähig bist und von deinem Arzt krankgeschrieben wurdest, erhältst du zunächst eine Lohnfortzahlung. Das bedeutet, du bekommst deinen vollen Lohn für die nächsten sechs Wochen weitergezahlt. In einzelnen Fällen kann dieser Zeitraum arbeitsvertraglich auch anders geregelt sein. Generell steht dein Arbeitgeber in der Verantwortung. Es handelt sich dabei um eine „Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall“, die im Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt wird.

Solltest du nach den sechs Wochen immer noch ans Bett gefesselt sein, steht dir dann das Krankengeld zu. Leider fällt das etwas geringer aus. Die Höhe des Krankengelds liegt bei 70% des Bruttoarbeitsentgelts, aber wird auf höchstens 90% des Nettoentgelts begrenzt. Was Abzüge anbelangt, so bist du hinsichtlich der Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung weiterhin beitragspflichtig. Für die Krankenversicherung fällt jedoch nichts an. Die Krankenkasse zieht das direkt ab und du bekommst nur den Nettobetrag aufs Konto überwiesen.

Einen Antrag für das Krankengeld brauchst du nicht extra stellen, wichtig ist aber, dass du die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die dir dein Arzt aushändigt, direkt an deine Krankenkasse schickst. Am besten per Einschreiben, damit es nicht zu Verzögerungen und Zahlungsausfall kommen kann. In der Regel wird die Kasse dann darauf reagieren und alles Weitere mit dir besprechen. Die Dauer des Krankengelds ist nicht hinsichtlich der Person, aber der Krankheit limitiert: Wegen ein und derselben Erkrankung darf man maximal bis zu 78 Wochen krankgeschrieben werden.

TIPP: Ist dein Kind unter zwölf Jahren und muss bei einer andauernden Erkrankung von dir gepflegt werden, kannst du auch in diesem Fall – sofern dein Kind gesetzlich mitversichert ist – Unterstützung von deiner Krankenkasse erhalten.

Muss das Krankengeld in der Steuererklärung angegeben werden?

Sobald das Krankengeld über dem Bagatellbetrag von 410 Euro im Jahr liegt, musst du es in der Steuererklärung angeben. Die Eintragung erfolgt direkt auf dem Mantelbogen. Dort findest du unter „Sonstige Angaben und Anträge“ die Zeile „Einkommensersatzleistungen“. Hier solltest du die Gesamtsumme, die du über das Jahr von der Krankenkasse erhalten hast, nennen. Normalerweise schickt diese dir auch eine Bescheinigung für das Finanzamt zu. Darin findest du ebenfalls den Gesamtbetrag.

Wie wirkt sich das Krankengeld steuerlich aus?

Das Krankengeld ist zunächst steuerfrei, aber genau wie andere Lohnersatzleistungen, z.B. das Arbeitslosengeld fällt es unter den Progressionsvorbehalt und wirkt sich somit auf die Besteuerung deines restlichen Einkommens aus.
Die Summe des Krankengelds wird zu deinem gesamten Jahreseinkommen addiert. Aus diesem Einkommen wird dein Durchschnitts- und dein Grenzsteuersatz berechnet. Deshalb musst du es auch in der Steuerklärung angeben, da der Gesamtbetrag innerhalb dieser Berechnung relevant ist. Der erhöhte Steuersatz, der sich daraus ergibt, wird nun auf dein restliches Einkommen angewandt. Letztendlich ist das steuerfreie Krankengeld also bedingt steuerfrei.

Finde heraus, wie viel du durchschnittlich von der Steuer zurück bekommen kannst. Beantworte einfach ein paar einfache Fragen:

Rechenbeispiel: Susi ist vier Monate krankgeschrieben und bekommt in dieser Zeit ein Krankengeld in Höhe von 5.000 Euro. Im Anschluss daran arbeitet sie das restliche Jahr und erhält ein zu versteuerndes Einkommen in Höhe von 20.000 Euro. Für dieses Jahresbruttogehalt würde ihre Steuerschuld inklusive des Solidaritätszuschlags als ledige, von der Kirchensteuer befreite und kinderlose Arbeitnehmerin bei 2.546,77 Euro liegen. Das entspricht einem Durchschnittssteuersatz von 12,7 %. Nun werden aber die 5.000 Euro Krankengeld angerechnet. Dadurch steigt der Durchschnittssteuersatz in der gleichen Situation auf knapp 16 %. Zwar werden die 5.000 Euro Krankengeld letztlich nicht besteuert, da diese steuerfrei sind, dennoch zahlt Susi Steuern in Höhe von 3.200 Euro.

Sonderregelung für Krankenkassenbeiträge

Ab 2020 können die Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden.

Bekommst man Krankengeld als Privatversicherter?

In Privatversicherungen gibt es kein Krankengeld. Du musst dafür eine zusätzliche private Krankentagegeldversicherung abschliessen. Zwar zahlst du dafür zusätzliche Beiträge, vorteilhaft ist aber, dass das Krankentagegeld, sich nicht auf deine Besteuerung auswirkt. Da es sich um eine Versicherungsleistung und nicht um ein Einkommen handelt, fällt der Betrag nicht unter den Progressionsvorbehalt.

Disclaimer

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