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Steuererklärung rückwirkend abgeben

13. Juni 2018

Wer nicht vom Finanzamt aufgefordert wird, seine Steuererklärung zu erstellen, kann sich mehr Zeit lassen. Bis zu vier Jahre kannst du deine Steuererklärung rückwirkend abgeben!

Steuererklärung 4 Jahre rückwirkend

Bist du nicht dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, kannst du bis Ende des Jahres 2018 noch deine Steuererklärung für 2014 und die darauf folgenden Jahre abgeben.

Als Arbeitnehmer bist du in der Regel nicht zu einer Abgabe verpflichtet und für die freiwillige Abgabe wird dir mehr Zeit eingeräumt. Natürlich darfst du für die jeweiligen Jahre noch keine Steuererklärung abgegeben haben. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kannst du dir also Zeit lassen.

Ob du eine Steuererklärung machen musst, erfährst du in unserem Artikel zur Abgabepflicht.

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Tipp: Das Finanzamt zahlt Dir Zinsen

Wer vier Jahre warten kann, um seine Steuererklärung abzugeben, darf sich auf eine hohe Verzinsung seiner zu viel gezahlten Steuern freuen. Das Finanzamt zahlt 6 Prozent Zinsen pro Jahr. Das sind 0,5 Prozent für jeden vollen Monat.

Allerdings beginnt die Zinszahlung erst 15 Monate nach dem Ende eines Steuerjahres. Um in deren vollen Genuss zu kommen, solltest du die vier Jahre für die rückwirkende Steuererklärung ausreizen.

Beachten solltest du außerdem, dass die Zinsen von dir versteuert werden müssen. Übersteigen sie den Sparerpauschbetrag, wird Abgeltungssteuer fällig.

Verlustvortrag 7 Jahre rückwirkend

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit seinem Urteil vom 13.01.2015 (Aktenzeichen IX R 22/14) eine rückwirkende Feststellung von Verlustvorträgen für bis zu sieben Jahre ermöglicht. Das kommt vor allem Studenten zugute.

Studenten haben in der Regel höhere Ausgaben als Einnahmen. Gleiches gilt auch für Auszubildende, wenn sie kein Einkommen während ihrer Ausbildungszeit hatten. Für diese Verluste kann man mit der Steuererklärung einen Verlustvortrag geltend machen. Wenn dann mit der ersten Tätigkeit auch der Lohnsteuerabzug ins Haus steht, senkt der Verlustvortrag die Steuern ungemein.

Verlustvortrag für Studenten und Azubis?

Einziger Wehrmutstropfen: Nur die zweite Ausbildung und das zweite Studium, welche als berufliche Weiterbildungen gelten, können bisher offiziell als Werbungskosten abgesetzt werden. Für Erststudium und erste Ausbildung gilt das (noch) nicht.

Doch für diese Fälle gibt es eine Möglichkeit, trotzdem einen Verlustvortrag rückwirkend bis zu sieben Jahre geltend zu machen. Der BFH findet die Ungleichbehandlung von Erst- und Zweitausbildung ungerechtfertigt. Deshalb liegt dem Bundesverfassungsgericht (BverfG) unter dem Aktenzeichen 2 BvL 22–27/14 dieser Streitfall vor.

Beziehst du dich bei der Abgabe deiner Steuererklärung samt Verlustvortrag auf die dem BVerfG anhängenden Verfahren mit dem Aktenzeichen 2 BvL 22–27/14, friert das Finanzamt die Bearbeitung deines Steuerfalles vorerst ein. Wenn die Rechtslage geklärt ist, wird es sich deinem Fall wieder annehmen. Studenten und Auszubildende können also hoffen.

Genügend Zeit – diese Fristen gelten

Du hast also genug Zeit, entweder deine Steuererklärung rückwirkend oder deinen Verlustvortrag zu machen. Hier hast du noch einmal alle Fristen auf einen Blick:

Steuererklärung für das Jahr
Verjährungsfrist für die Steuererklärung (4 Jahre)
Verjährungsfrist für den Verlustvortrag (7 Jahre)
2010
abgelaufen
abgelaufen
2011
abgelaufen
31.12.2018
2012
abgelaufen
31.12.2019
2013
abgelaufen
31.12.2020
2014
31.12.2018
31.12.2021
2015
31.12.2019
31.12.2022
2016
31.12.2020
31.12.2023
2017
31.12.2021
31.12.2024

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