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Steuererklärung rückwirkend abgeben:
So funktioniert's

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15. April 2020

Wer nicht vom Finanzamt aufgefordert wird, seine Steuererklärung zu erstellen, kann sich mehr Zeit lassen. Bis zu vier Jahre später kann man seine Steuererklärung abgeben.

Steuererklärung 4 Jahre rückwirkend einreichen

Falls du nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet bist, kannst du bis Ende des Jahres 2020 noch deine Steuererklärung für 2016 und die darauf folgenden Jahre abgeben.

Als Arbeitnehmer bist du in der Regel nicht zu einer Abgabe verpflichtet und für die freiwillige Abgabe wird dir mehr Zeit eingeräumt. Natürlich darfst du für die jeweiligen Jahre noch keine Steuererklärung abgegeben haben. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kannst du dir also Zeit lassen.

Ob du eine Steuererklärung einreichen musst, erfährst du in unserem Artikel zur Abgabepflicht.

Schieb' es nicht weiter vor dir her. Mit Taxfix dauert die Steuererklärung im Schnitt nur 22 Minuten.

Tipp: Das Finanzamt zahlt dir Zinsen

Wer vier Jahre warten kann, um seine Steuererklärung abzugeben, darf sich auf eine hohe Verzinsung seiner zu viel gezahlten Steuern freuen. Das Finanzamt zahlt 6 Prozent Zinsen pro Jahr. Das sind 0,5 Prozent für jeden vollen Monat.

Allerdings beginnt die Zinszahlung erst 15 Monate nach dem Ende eines Steuerjahres. Um in deren vollen Genuss zu kommen, solltest du die vier Jahre für die rückwirkende Steuererklärung ausreizen.

Beachten solltest du außerdem, dass die Zinsen von dir versteuert werden müssen. Übersteigen sie den Sparerpauschbetrag, wird Abgeltungssteuer fällig.

Verlustvortrag 7 Jahre rückwirkend geltend machen

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit seinem Urteil vom 13.01.2015 (Aktenzeichen IX R 22/14) eine rückwirkende Feststellung von Verlustvorträgen für bis zu sieben Jahre ermöglicht. Das kommt vor allem Studenten zugute.

Studenten haben in der Regel höhere Ausgaben als Einnahmen. Gleiches gilt auch für Auszubildende, wenn sie kein Einkommen während ihrer Ausbildungszeit hatten. Für diese Verluste kann man mit der Steuererklärung einen Verlustvortrag geltend machen. Wenn dann mit der ersten Tätigkeit auch der Lohnsteuerabzug ins Haus steht, senkt der Verlustvortrag die Steuern ungemein.

Ist der Verlustvortrag auch für Studenten und Azubis möglich?

Einziger Wehrmutstropfen: Nur die zweite Ausbildung und das Zweitstudium, welche als berufliche Weiterbildungen gelten, können bisher offiziell als steuermindernde Ausgaben, den Werbungskosten, abgesetzt werden. Für Erststudium und erste Ausbildung gilt das nicht.

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden (Az: 2 BvL 22/14 und weitere), dass Ausgaben für das Erststudium und die erste Ausbildung nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden dürfen.
Sie gelten stattdessen als Sonderausgaben. Diese sind auf jährlich 6.000 Euro begrenzt. Sonderausgaben wirken sich jedoch nur steuerlich aus, wenn im selben Jahr auch steuerpflichtige Einkünfte bestehen.

Genügend Zeit: Diese Fristen gelten

Du hast also genug Zeit, entweder deine Steuererklärung rückwirkend oder deinen Verlustvortrag zu machen. Hier hast du noch einmal alle Fristen auf einen Blick:

Steuererklärung für das Jahr
Verjährungsfrist für die Steuererklärung (4 Jahre)
Verjährungsfrist für den Verlustvortrag (7 Jahre)
2010
abgelaufen
abgelaufen
2011
abgelaufen
abgelaufen
2012
abgelaufen
abgelaufen
2013
abgelaufen
31.12.2020
2014
abgelaufen
31.12.2021
2015
abgelaufen
31.12.2022
2016
31.12.2020
31.12.2023
2017
31.12.2021
31.12.2024
2018
31.12.2022
31.12.2025
2019
31.12.2023
31.12.2026
2020
31.12.2024
31.12.2027

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