Taxfix_Category_Income

Muss ich bei eBay-Verkäufen Steuern zahlen?

28. Dezember 2017

Willst du deine alte PlayStation oder ein gebrauchtes Handy über eBay verkaufen, musst du dir steuerlich keine Sorgen machen. Anders sieht es bei häufigen Online-Verkäufen mit höheren Umsätzen aus. Da schaut die Steuerfahndung genau hin.

Privat oder Händler?

Allgemein gilt: Verkaufst du nur gelegentlich etwas bei eBay, musst du auch keine Steuern zahlen. Dies wird als Privatverkauf angesehen und du musst dir um das Thema Steuern keine Sorgen machen.

Die Grenze zwischen steuerfreien Privatverkäufen und steuerpflichtigem Handel ist jedoch etwas nebulös und ein eBay-Account als Privatperson schützt nicht davor, steuerpflichtig zu sein. Es kommt darauf an, was und wie regelmäßig du etwas verkaufst und wie viel Geld du dabei verdienst.

  • Wer in kurzer Zeit hohe Umsätze erzielt (ab etwa 40 Verkäufen), ist für die Steuerbehörden ein Profihändler, der Steuern zahlen muss.
  • Zwischen Erwerb und Weiterverkauf müssen mehr als 12 Monate liegen. Wenn du im Sommer eine Xbox kaufst, um sie vor Weihnachten wieder teurer zu verkaufen, outest du dich als gewerbsmäßiger Händler.

Drei verschiedene Steuern

Bei eBay-Verkäufen sind drei Steuerarten relevant: Neben der Einkommensteuer werden oft noch Umsatzsteuer und Gewerbesteuer fällig, wenn du hohe Umsätze erzielst.

Ab einem Gesamteinkommen über dem Grundfreibetrag von 9.000 Euro (für 2018) fällt Einkommensteuer an. Zu deinem Gesamteinkommen (auch: zu versteuerndes Einkommen) zählen neben deinem Gehalt, deinen bezogenen Renten unter anderem auch die Einnahmen aus den eBay-Verkäufen.

Bist du Arbeitnehmer, kannst du bis zu 410 Euro Gewinn pro Jahr steuerfrei aus deinen Nebentätigkeiten einnehmen. Nimmst du mehr ein, musst dies in deiner Steuererklärung angeben.

Wer muss Umsatzsteuer zahlen?

Hast du über eBay im letzten Jahr 17.500 Euro brutto verdient, wird Umsatzsteuer fällig. Du bist dann kein Kleinunternehmer mehr und musst auf deinen Rechnung Umsatzsteuer (auch Mehrwertsteuer) ausweisen und diese auch versteuern.

Die Mehrwertsteuer beträgt je nach Verkaufsartikel 19 oder 7 Prozent des Rechnungsbetrags. Einzige Ausnahme: Wer ins Ausland verkauft, darf keine Mehrwertsteuer auf der Rechnung ausweisen.

Die Umsatzsteueridentifikationsnummer
Egal ob Klein- oder Großunternehmer: Du brauchst als Profihändler eine Umsatzsteueridentifikationsnummer, die das Finanzamt vergibt. Diese muss dann zusammen mit einer fortlaufenden Rechnungsnummer alle Rechnungen zieren, die du den Sendungen an deine Kunden beilegst.

Wer muss Gewerbesteuer zahlen?

Bleiben dir von den Umsätzen mit dem Online-Handel jährlich mehr als 24.500 Euro Gewinn, wird Gewerbesteuer fällig. Die Höhe ist je nach Stadt oder Gemeinde unterschiedlich.

Beispiel:
Wer in Berlin etwa 25.000 Euro Gewinn macht, zahlt jährlich 3.588 Euro Gewerbesteuer. In München wären es 4.288 Euro Gewerbesteuer.

Mit Spyware Schwarze Schafe abfischen

XPIDER heißt die Suchmaschine, mit der Steuerfahnder im Internet gezielt Schwarzhändler aufspüren.

Das kann XPIDER:

  • Sie nimmt Online-Anbieter ins Visier, die viele Bewertungen von Käufern aufweisen, aber beim Finanzamt nicht als Gewerbetreibende registriert sind.
  • Bei gewerblichen Händlern wird die Umsatzsteuer-ID-Nummer geprüft. Ist sie gefälscht oder fehlt, schlägt der Web-Crawler Alarm. Wiederverkäufe fischt XPIDER mit gezielter Parametersuche (Wörter wie Neu, Originalverpackt etc.) aus dem Netz.
  • Hat man die Verkäufe nicht in seiner Steuererklärung in der Anlage SO für sonstige Einkünfte deklariert, gibt es Ärger.

Portalbetreiber müssen im Verdachtsfall dem Finanzamt Namen, Anschrift und Bankverbindung sowie eine Auflistung aller Verkäufe nennen.

Was passiert, wenn Profihändler keine Steuern zahlen?

Steuersündern drohen erhebliche Steuernachforderungen. Sogar Haft (bis zu 10 Jahre) ist nicht ausgeschlossen. Faustregel: Je höher die Steuerschulden, desto höher die Strafe.

Verwandte Artikel

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest Du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.