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Was musst du beim Absetzen der Kfz-Versicherung beachten?

9. November 2018

Ohne Haftpflichtversicherung darf in Deutschland kein Auto und kein Motorrad auf die Straße. Das ist nicht billig, manchmal greift dir aber das Finanzamt finanziell unter die Arme. Wir zeigen dir, wie du die Kfz-Versicherung absetzen kannst.

Welche Kosten können Arbeitnehmer und Rentner von der Steuer absetzen?

Als Arbeitnehmer, Beamte und Rentner kannst du lediglich die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung sowie die Insassen-Unfallversicherung von der Einkommensteuer absetzen. Dies kannst auch nur dann tun, wenn du selbst Halter des Fahrzeugs bist.

Diese beiden Kraftfahrzeug-Versicherungen zählen in der Steuererklärung zu den Sonderausgaben und hier zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen, die in § 10 des Einkommensteuergesetzes geregelt sind (§10 Abs. 1 Nr. 3a EStG i. V. m. §10 Abs. 4 EStG).

Hinsichtlich der Höhe des Versicherungsbeitrags selbst gibt es keine Beschränkung, ein Kfz-Halter muss also nicht den günstigsten Anbieter wählen, wenn ihm Service und Kulanz bei seiner Autoversicherung wichtig sind.

Trotzdem hat die Sache einen Haken. Denn die Summe deiner insgesamt im Jahr absetzbaren Vorsorgeaufwendungen ist auf 1.900 Euro begrenzt. Da auch deine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge dazu zählen, fällt die Kraftfahrzeugversicherung zumindest bei Arbeitnehmern meist nicht mehr ins Gewicht.

Angeben solltest du die Kosten in deiner Steuererklärung aber auf jeden Fall. Es ist die Aufgabe deines Sachbearbeiters beim Finanzamt. Resultiert daraus eine versehentliche Steuererstattung, musst du das Finanzamt darauf nicht aufmerksam machen.

Kann ein Arbeitnehmer auch die Kasko-Versicherung von der Steuer abzusetzen?

Nutzt du als Arbeitnehmer und Beamter, dein Fahrzeug für Fahrten zur Arbeitsstelle, kannst du entweder die Pendlerpauschale von 30 Cent pro Kilometer geltend machen oder deine tatsächlichen Fahrkosten nachweisen.

Wählst du die Entfernungspauschale, sind damit auch die anteiligen Versicherungskosten abgedeckt. Aus Vereinfachungsgründen darfst du die Kfz-Haftpflichtversicherung aber in der Steuererklärung dennoch in voller Höhe als Sonderausgabe aufführen. Du kannst die Haftpflicht in diesem Fall also quasi zweimal steuerlich absetzen (EStR 2012, R 10.5 Abs. 1 S. 1, 2).

Alternativ zur Entfernungspauschale darfst du auch deine tatsächlichen Fahrtkosten zur Arbeitsstätte angeben. Da es sich hierbei nicht um Vorsorgeaufwendungen, sondern um Werbungskosten handelt, kannst du zusätzlich auch die anteilige Kaskoversicherung und den Schutzbrief steuerlich absetzen. Das gilt aber nur für den Teil, der beruflich bedingt ist.

Ein Beispiel: Fährst du im Jahr 15.000 Kilometer, wovon 5.000 Kilometer auf den Weg zu Arbeit entfallen, darfst du also nur ein Drittel der Kasko-Versicherungsbeiträge sowie ein Drittel der Haftpflichtversicherung als Werbungskosten absetzen.

Das Absetzen der anteiligen Haftpflichtversicherungsbeiträge als Werbungskosten hat den Vorteil, dass es hier keinen Höchstbetrag gibt. Die Ausgaben laufen deshalb, anders als bei der Geltendmachung als Vorsorgeaufwendungen, nicht ins Leere.

Auch doppelte Haushaltsführung zählt zu Werbungskosten

Zu den beruflich bedingten Fahrten zählen übrigens auch die Familienheimfahrten, wenn du beruflich bedingt einen zweiten Haushalt bewohnst. Hierbei wird allerdings nur die einfache Strecke gezählt.

Wenn du deine tatsächlichen Fahrkosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen willst, musst du damit rechnen, dass das Finanzamt darauf besteht, dass du ein Fahrtenbuch führst. Das gilt insbesondere dann, wenn du nicht nur die Pendlerpauschale und die Familienheimfahrten in die Steuererklärung eintragen möchtest, sondern das Fahrzeug außerdem noch für Dienstreisen nutzt.

Wie können Selbständige die Kfz-Versicherung absetzen?

Wenn du selbständig bist, dann gelten alle für das betrieblich genutzte Fahrzeug anfallenden Kosten als Betriebsausgaben, die in voller Höhe deinen Gewinn mindern. Du kannst dann neben der Haftpflichtversicherung beispielsweise auch die Kasko-Beiträge und den Autoschutzbrief geltend machen. Wenn du das Fahrzeug auch privat nutzt, musst die Kosten aufspalten. Zwecks Nachweis kannst du entweder ein Fahrtenbuch führen oder die 50-50-Regelung nutzen.

Bei jeweils hälftiger Nutzung darfst du nur 50 Prozent der Gesamtversicherungskosten für das Fahrzeug als Betriebsausgaben deklarieren. Für den privaten Teil gelten die obigen Erläuterungen für Arbeitnehmer. Allerdings hast du als Selbständiger einen weiteren Vorteil: Dein Maximalbetrag für abziehbare Sonderausgaben ist höher und beträgt 2.800 Euro pro Kalenderjahr, für Ehepaare, die zusammen veranlagt werden, sind es 5.600 Euro.

Was nicht erlaubt ist, ist eine doppelte Geltendmachung ein und derselben Aufwendungen. Wenn du die Haftpflichtversicherung bereits zur Hälfte unter den Betriebsausgaben führst, dann darfst du unter den Sonderausgaben nur mehr die andere Hälfte deklarieren. Die hälftigen Kasko-Kosten musst du dann leider auch als Selbständiger komplett aus der eigenen Tasche finanzieren.

Haftpflichtversicherung und Kasko, wo liegt der Unterschied?

„Der Halter eines Kraftfahrzeugs oder Anhängers mit regelmäßigem Standort im Inland ist verpflichtet, für sich, den Eigentümer und den Fahrer eine Haftpflichtversicherung zur Deckung der durch den Gebrauch des Fahrzeugs verursachten Personenschäden, Sachschäden und sonstigen Vermögensschäden abzuschließen und aufrechtzuerhalten, wenn das Fahrzeug auf öffentlichen Wegen oder Plätzen verwendet wird“ heißt es in §1 Pflichtversicherungsgesetz.

Die Haftpflichtversicherung deckt also fremde Personen- oder Sachschäden und ist zudem gesetzlich vorgeschrieben. Fahrzeughalter können darüber hinaus freiwillig eine Kaskoversicherung abschließen, die für Schäden am eigenen Fahrzeug aufkommt. Das macht vor allem dann Sinn, wenn das Fahrzeug noch recht neu, sehr wertvoll, geleast oder kreditfinanziert ist. Dieser Unterschied zwischen den Versicherungstypen zieht auch eine unterschiedliche steuerliche Behandlung nach sich. Zumindest bei bestimmten Gruppen von Steuerpflichtigen.

Deine Kfz-Versicherung kannst du ganz einfach mit Taxfix von der Steuer absetzen. Die App fragt dich gezielt nach deinen Ausgaben. Einfacher geht es nicht.

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