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Steuerfreibetrag: Pauschbetrag und Freibetrag

14. März 2019

Pauschbeträge und Freibeträge senken das zu versteuernde Einkommen und damit deine Steuerlast. Einige werden direkt abgezogen, andere müssen beantragt werden. Mit allen kann man Steuern sparen. Erfahre hier mehr.

Freibetrag oder Pauschbetrag?

Der Freibetrag ist ein bestimmter Teil des Einkommens, der steuerfrei ist. Erst jeder Euro, der den Freibetrag überschreitet, wird besteuert.

Freibetrag
Höhe 2017
Höhe 2018
Grundfreibetrag
8.820 €
9.000 €
Kinderfreibetrag
7.356 €
7.428 €
Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
1.908 € + 240 € je weiteres Kind
1.908 € + 240 € je weiteres Kind
Ausbildungsfreibetrag
924 €
924 €
Übungsleiterfreibetrag
2.400 €
2.400 €
Ehrenamtsfreibetrag
720 €
720 €
Versorgungsfreibetrag
Variiert
Variiert
Altersentlastungsbetrag
Variiert
Variiert

Der Pauschbetrag ist ein Betrag, den man in der Steuererklärung von der Steuer absetzen kann, ohne dass das Finanzamt Belege für die entstandenen Kosten sehen will. Kosten, die den Pauschbetrag übersteigen, können in der Regel zusätzlich abgesetzt werden – dann jedoch mit Beleg.

Pauschbetrag
Höhe 2017
Höhe 2018
Arbeitnehmerpauschbetrag
1.000 €
1.000 €
Entfernungspauschale
30 ct/km
30 ct/km
Verpflegungspauschale
12 - 24 €
12 - 24 €
Umzugskostenpauschale
ab 01.02.: 764 €
764 €
Sparerpauschbetrag
801 €
801 €
Sonderausgabenpauschbetrag
36 €
36 €
Pflegepauschbetrag
924 €
924 €
Behindertenpauschbetrag
310 - 3.700 €
310 - 3.700 €
Hinterbliebenenpauschbetrag
370 €
370 €
Werbungskostenpauschbetrag bei Versorgungsbezügen
102 €
102 €
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Frei- und Pauschbeträge für Arbeitnehmer

Grundfreibetrag

Für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit gilt ein jährlicher Grundfreibetrag, der steuerfrei ist. 2018 liegt dieser bei 9.000 Euro. Verheiratete haben einen Grundfreibetrag von 18.000 Euro. Bis zu diesem Betrag bleibt das zu versteuernde Einkommen steuerfrei.

Arbeitnehmerpauschbetrag (Werbungskostenpauschale)

Jährlich steht jedem Arbeitnehmer mit Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit ein Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro zu. Er wird auch Werbungskostenpauschale genannt.

Das Finanzamt zieht diesen Betrag automatisch ab, ohne dass man seine entstandenen Werbungskosten in der Steuererklärung angeben müsste. Hast du höhere Werbungskosten, kannst du diese angeben, um Steuern zu sparen. Achte darauf, dass das Finanzamt einen Nachweis dafür verlangen kann.

Typische Werbungskosten sind zum Beispiel:

Entfernungspauschale (Pendlerpauschale)

Die Pendlerpauschale ist bei den meisten Arbeitnehmern der größte Einzelposten innerhalb des Arbeitnehmerpauschbetrags. Mit der Entfernungspauschale werden pauschal die Kosten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz abgegolten. Dafür erkennt das Finanzamt 30 Cent pro Kilometer an – jedoch nur für den einfachen Weg (Hin- oder Rückweg).

Mit der Pendlerpauschale kann der Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro schnell überschritten werden. Schon bei einem einfachen Arbeitsweg von 15 Kilometern an 228 Arbeitstagen liegt die Entfernungspauschale bei 1.026 Euro. (Wie ihr die Entfernungspauschale angebt, erfahrt ist auf Fahrtkosten absetzen)

Verpflegungspauschale

Wer auf Dienstreise ist, kann die Verpflegungspauschale ansetzen.

Dauer der Abwesenheit
Pauschbetrag
ab 8 Stunden
12€
ab 24 Stunden
24€
An- o. Abreisetag
12€

Übersteigen die tatsächlichen Kosten die Verpflegungspauschale, können diese nicht zusätzlich angesetzt werden.

Umzugskostenpauschale

Muss man aus beruflichen Gründen umziehen, kann man die Kosten über die Umzugskostenpauschale bei der Steuererklärung geltend machen. Singles können 764 Euro, Ehepaare 1.528 Euro ansetzen, ohne die Einzelkosten belegen zu müssen. Übersteigen die Kosten die Pauschale, können diese mit Beleg auch von der Steuer abgesetzt werden.

Frei- und Pauschbeträge mit Kindern

Kinderfreibetrag

Der Staat entlastet mit dem Kinderfreibetrag Familien mit Kindern. 7.428 Euro stehen Familien pro Kind zu. Dieser Betrag besteht aus:

  • 2.640 Euro Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf
  • 4.788 Euro für das sächliche Existenzminimum des Kindes

Bei einzelveranlagten Paaren steht jedem Partner der halbe Kinderfreibetrag zu.

Der Freibetrag wird vom Finanzamt erst berücksichtigt, wenn die Ersparnis aus diesem höher ist, als das ausgezahlte Kindergeld. Das wird bei der Abgabe der Steuererklärung mittels der Günstigerprüfung gemacht. (Mehr Infos unter: Kindergeld oder Kinderfreibetrag beantragen)

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Alleinerziehende sind in der Regel finanziell höher belastet. Deshalb gibt es für sie den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von 1.908 Euro. Für jedes weitere im Haushalt lebende Kind kommen 240 Euro hinzu.

Bei der Abgabe der Steuererklärung kann dieser Freibetrag beantragt werden. In der Steuerklasse II wird er schon automatisch beim Lohnsteuerabzug im laufenden Jahr berücksichtigt. Die Beantragung in der Steuererklärung kann man sich dann sparen.

Ausbildungsfreibetrag

Den Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 Euro können Eltern mit ihrer Steuererklärung beantragen deren Kinder:

  • volljährig sind und
  • nicht mehr zu Hause wohnen und
  • sich in der Ausbildung befinden.

Als weitere Voraussetzung muss den Eltern Kindergeld für das Kind zustehen.

Nebentätigkeit und Ehrenamt

Übungsleiterfreibetrag

Wer nebenberuflich als Ausbilder, Dozent, Erzieher oder Künstler tätig ist, kann den Übungsleiterfreibetrag benutzen. Dieser stellt Aufwandsentschädigungen und Einnahmen von bis zu 2.400 Euro steuerfrei. Voraussetzung ist, dass man für eine gemeinnützige oder öffentlich-rechtliche Körperschaft gearbeitet hat.

Übungsleiter sind zum Beispiel:

  • Betreuer
  • Erzieher
  • Ausbilder

Sie arbeiten zum Beispiel:

  • bei der Feuerwehr
  • im Breitensport
  • im Leistungssport
  • im Chor

Ehrenamtsfreibetrag

Ehrenamtlich Tätige erhalten jährlich einen Freibetrag von 720 Euro. Dieser Ehrenamtsfreibetrag kann nur über eine Steuererklärung genutzt werden.

Kapitalertrag und Sonderausgaben

Sparerpauschbetrag

Rendite aus Geldanlagen oder Aktiengeschäfte zählen zu den Einkünften und werden mit der Abgeltungssteuer besteuert. Falls kein Freistellungsauftrag gestellt wird, führt das Kreditinstitut automatisch 25% dieser Steuer an das Finanzamt ab. Ansonsten können mit einem Freistellungsauftrag bis zu 801 Euro Einkünfte aus Kapitalvermögen steuerfrei gestellt werden. Für Zusammenveranlagte beträgt der Sparerpauschbetrag 1.602 Euro.

Sonderausgabenpauschbetrag

Das Finanzamt zieht jedes Jahr automatisch einen Pauschbetrag von 36 Euro für Sonderausgaben vom zu versteuernden Einkommen ab. Für zusammenveranlagte Paare beträgt dieser 72 Euro.

Auch höhere Kosten können geltend gemacht werden und die Steuerlast senken. Zu den Sonderausgaben zählen beispielsweise Versicherungsbeiträge, Kinderbetreuungskosten oder Spenden.

Pflege und Behinderung

Pflegepauschbetrag

Wenn man Angehörige ohne Bezahlung häuslich pflegt, kann man den Pflegepauschbetrag von 924 Euro geltend machen. Allerdings müssen die Angehörigen hilflos sein oder Pflegegrad 4 oder 5 haben. In der Steuererklärung kann der Pauschbetrag beantragt werden. Falls mehrere Personen sich die Pflege teilen, muss der Pflegepauschbetrag aufgeteilt werden.

Behindertenpauschbetrag

Menschen mit Behinderung können den Behindertenpauschbetrag nutzen. Je nach Grad der Behinderung wird das zu versteuernde Einkommen um mindestens 310 Euro bis maximal 3.700 Euro vermindert. Dieser Pauschbetrag muss mit einer Steuererklärung beantragt werden.

Höhere Kosten, die aufgrund der Behinderung entstanden sind, können nur als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Dann kann allerdings der Pauschbetrag auch nicht genutzt werden.

Renten und Pensionen

Hinterbliebenenpauschbetrag

Witwen, Witwer und (Halb-)Waisen, die Hinterbliebenenbezüge erhalten, können einen Pauschbetrag von 370 Euro im Jahr nutzen. Steht der Hinterbliebenenpauschbetrag dem eigenen Kind zu, für das man Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhält, kann der Pauschbetrag auf Antrag auf das Elternteil übertragen werden.

Werbungskostenpauschbetrag für Versorgungsbezüge

Personen, die Versorgungsbezüge wie Witwen- und Waisengeld, eine Pension oder Unterhalt erhalten, steht ein Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro zu. Dieser kann neben dem Arbeitnehmerpauschbetrag genutzt werden und mindert direkt das steuerpflichtige Einkommen.

Versorgungsfreibetrag

Empfängern von Versorgungsbezügen steht ein Versorgungsfreibetrag samt Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag zu. Der Teil, der diese Summe übersteigt, muss versteuert werden. Die Versorgungsbezüge werden in der Steuererklärung eingetragen. Der Freibetrag richtet sich nach dem Jahr des Zahlungsbeginns. Bis 2040 soll der Versorgungsfreibetrag schrittweise auslaufen. Nähere Informationen findet man in der Tabelle zum Einkommensteuergesetz §19.

Altersentlastungsbetrag

Rentner ab 64, die vor 1975 geboren sind, haben Anspruch auf den Altersentlastungsbetrag. Wie hoch dieser Freibetrag ist, hängt vom Geburtsdatum ab. Das Finanzamt berechnet den Freibetrag automatisch, wenn es die Einkommensteuer berechnet. Wie auch der Versorgungsfreibetrag, soll der Altersentlastungsbetrag schrittweise bis 2040 auslaufen. Näheres findet man in der Tabelle zum Einkommensteuergesetz §24a.

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