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Wegen der Steuer heiraten – Steuervorteile durch die Ehe

5. Dezember 2017

In vielen Fällen lohnt sich die Heirat wegen der Steuer. Sogar das Datum hat einen entscheidenden Einfluss. Wir zeigen dir alle Vorteile auf einen Blick.

Hochzeit und die Steuer

Deine Hochzeit hat nicht nur Auswirkungen auf deinen Familienstand. Die steuerlichen Änderungen können sehr stark sein. So stark, dass du bei den folgenden Gründen überlegen solltest, wegen der Steuer zu heiraten:

  • Du und dein Partner verdient unterschiedlich viel
  • Du und dein Partner wollt Kinder und euer Elterngeld soll höher ausfallen
  • Du oder dein Partner habt sehr hohe Zinseinnahmen und ihr wollt Kapitalertragssteuer sparen
  • Du willst deinem Partner ein wirklich sehr teures Geschenk machen
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Steuern sparen mit Ehegattensplitting

Das Zauberwort für den größten Steuervorteil heißt Splitting. Dieses kannst du ganz einfach nutzen, indem du mit deinem Partner eine gemeinsame Steuererklärung machst und ihr die Zusammenveranlagung wählt.

So funktioniert das Ehegattensplitting
Das Finanzamt addiert dein Einkommen zu dem deines Partners und teilt diese Summe durch zwei. Für dieses Ergebnis wird dann die Einkommensteuer berechnet.
Diese wird nun wieder verdoppelt. Heraus kommt die Einkommensteuer, die ihr als Ehepaar zahlen müsst.

Das lohnt sich vor allem dann, wenn der Einkommensunterschied zwischen dir und deinem Partner besonders groß ist.

Beispiele zum Ehegatten-Splitting

Fall I – Partner A: 50.000 Euro Jahresgehalt & Partner B: 15.000 Euro Jahresgehalt

13.911 Euro – Summierte Einkommensteuer bei getrennter Veranlagung
12.530 Euro – Gemeinsame Einkommensteuer bei Zusammenveranlagung
1.381 Euro Splittingvorteil

Fall II – Partner A: 40.000 Euro Jahresgehalt & Partner B: 20.000 Euro Jahresgehalt

11.386 Euro – Summierte Einkommensteuer bei getrennter Veranlagung
10.936 Euro – Gemeinsame Einkommensteuer bei Zusammenveranlagung
450 Euro Splittingvorteil

Fall III – Partner A: 38.000 Euro Jahresgehalt & Partner B: 33.000 Euro Jahresgehalt

14.546 Euro – Summierte Einkommensteuer bei getrennter Veranlagung
14.518 Euro – Gemeinsame Einkommenssteuer bei Zusammenveranlagung
28 Euro Splittingvorteil

(jeweils Einkommensteuertarif 2016 ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer)

Eine Heirat ist steuerlich also dann besonders sinnvoll, wenn es große Einkommensunterschiede zwischen den beiden Partnern gibt. Sollte dies bei dir zutreffen, spricht nichts gegen eine Steuerspar-Hochzeit.

Steuerklassen optimieren

Wenn du verheiratet bist, kannst du dir deine Steuerklasse aussuchen. Dafür stehen dir die folgenden Kombinationen zur Verfügung:

Steuerklassenkombination 4/4
Diese Steuerklasse erhaltet ihr automatisch nach eurer Hochzeit. Ein Antrag muss nicht gestellt werden.

Steuerklasse 4 mit Faktor
Der Splittingvorteil wird bereits während des Jahres berücksichtigt. Steuernachzahlungen können so vermieden werden.
Diese beiden Steuerklassenvarianten eignen sich für Paare, deren Gehalt etwa gleich groß ist. Bei dieser Steuerklassenwahl musst du eine Steuererklärung abgeben.

3/5 oder 5/3
Der Partner mit dem höheren Einkommen wählt Steuerklasse 3, der andere Steuerklasse 5. Der Besserverdiener hat somit viel weniger Abzüge und ein größeres Nettogehalt. Wenn ein Partner 60 Prozent oder mehr zum Familieneinkommen beiträgt, lohnt sich diese Kombination. Jedoch muss man hierbei häufig mit einer Steuernachzahlung rechnen.

Mehr über die Steuerklassen erfährst du in unserem Steuertipp: „Welche Steuerklasse habe ich?“

Die günstigste Steuerklassen-Kombination kannst du dir ganz einfach errechnen. Nutze dafür am besten den Einkommensteuerrechner des Finanzministeriums.

Aber Achtung: Deine steuerlichen Vorteile bei der Wahl der optimalen Steuerklasse sind lediglich temporär. Unabhängig von der Steuerklassenkombination bleibt die Steuerbelastung gleich. Mehr Geld im Jahresverlauf kann also zu einer Steuernachzahlung führen.

Elterngeld optimieren

Die Berechnung vieler Lohnersatzleistungen ist an das Nettogehalt geknüpft. Das betrifft zum Beispiel das Elterngeld oder das Arbeitslosengeld. Mit der Wahl der richtigen Steuerklasse kannst du deren Höhe direkt beeinflussen.

Bei der Berechnung des Elterngeldes musst du aber beachten, dass du spätestens sieben Monate vor Geburt des Kindes den Steuerklassenwechsel vollzogen haben musst.

Höhere Freibeträge

Nach der Hochzeit stehen euch verschiedene höhere Freibeträge zur Verfügung:

Sparerfreibetrag
Du hast viel Geld in Kapitalanlagen investiert, dein Partner aber nicht? Dann lohnt sich eine Hochzeit unter Umständen. Denn der Sparerfreibetrag von 801 Euro verdoppelt sich bei Paaren und kann dann frei aufgeteilt werden. So kannst du auch den Freibetrag deines Partners nutzen und 1.602 Euro Zinsen, Dividende etc. pro Jahr einnehmen, ohne dass Abgeltungssteuer gezahlt werden muss.

Teure Geschenke
Hohe Geldgeschenke an deinen Partner solltest du besser auf einen Termin nach der Hochzeit verschieben. Dann steht dir ein Freibetrag von 500.000 Euro zur Verfügung. Vorher kannst du nur bis zu 20.000 Euro steuerfrei verschenken.

Erbschaften
die gleichen Freibeträge wie bei der Schenkungssteuer gelten auch bei der Erbschaftssteuer. Bedenke außerdem, dass die gesetzliche Erbfolge unverheiratete Paare nicht kennt. Gibt es kein Testament, geht der Partner leer aus.

Der perfekte Termin für die Hochzeit

Ab wann du steuerliche Vorteile nutzen kannst, hängt vom Tag deiner Hochzeit ab.
Und welcher ist nun der – steuerlich – beste Tag für deine Hochzeit?
Der Splitting-Vorteil gilt immer rückwirkend für das ganze Jahr. Wenn du am 31. Dezember heiratest, giltst du steuerlich seit Jahresbeginn als verheiratet.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb es im Dezember eines Jahres vergleichsweise häufig geheiratet wird

Etwas anders sieht es bei den Vorteilen aus, die sich durch einen Steuerklassenwechsel ergeben. Der Wechsel der Steuerklasse greift erst im Monat nach der Beantragung. Willst du also im Dezember dein Nettogehalt durch einen Steuerklassenwechsel optimieren, musst bereits im November heiraten und den Wechsel beantragen.

Und: Die Kosten der Hochzeit und der Feier kannst du natürlich nicht von der Steuer absetzen. Diese fallen in den Bereich der privaten Lebensführung.

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