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Steuertipps

Ehegattensplitting, Freibeträge & Co. – diese Steuervorteile bringt die Ehe

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zuletzt aktualisiert am 5. Juli 2021

In vielen Fällen lassen sich durch eine Heirat Steuern sparen. Wir zeigen dir alle Vorteile auf einen Blick und erklären, welche Rolle Steuerklassen und das Hochzeitsdatum spielen.

Steuervorteile durchs Heiraten

Verheiratete und verpartnerte Paare genießen bestimmte steuerliche Vorteile. Besonders in diesen Fällen kann sich eine Hochzeit lohnen:

  • Ihr verdient beide unterschiedlich viel.
  • Ihr wollt Kinder und euer Elterngeld soll höher ausfallen.
  • Ihr habt hohe Kapitaleinkünfte, wie z. B. Zinsen, und wollt Kapitalertragsteuer sparen.
  • Du willst deinem Partner eine größere Summe Geld schenken oder ein teures Geschenk machen.

Steuern sparen mit Ehegattensplitting

Das Zauberwort für den größten Steuervorteil heißt Splitting. Denn Verheiratete können auf Wunsch eine gemeinsame Steuererklärung abgeben und von der Zusammenveranlagung profitieren. So habt ihr nicht nur weniger Aufwand. Es kann sich auch finanziell lohnen – vor allem, wenn der Einkommensunterschied zwischen dir und deinem Partner groß ist.

So funktioniert das Ehegattensplitting
Das Finanzamt addiert eure Einkommen zusammen und teilt diese Summe durch zwei. Darauf wird dann die Einkommensteuer berechnet. Diese wird nun wieder verdoppelt. Heraus kommt die Einkommensteuer, die ihr als Ehepaar zahlen müsst.

Beispiele

Fall 1 – Partner A: 50.000 Euro Jahresgehalt / Partner B: 15.000 Euro Jahresgehalt

Gemeinsame Einkommensteuer bei getrennter Veranlagung: 13.226 Euro
Gemeinsame Einkommensteuer bei Zusammenveranlagung: 11.928 Euro
Splitting-Vorteil: 1.298 Euro

Fall 2 – Partner A: 38.000 Euro Jahresgehalt / Partner B: 33.000 Euro Jahresgehalt

Summierte Einkommensteuer bei getrennter Veranlagung: 13.887 Euro
Gemeinsame Einkommensteuer bei Zusammenveranlagung: 13.860 Euro
Splitting-Vorteil: 27 Euro

(gemäß Einkommensteuertarif 2020 ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer)

Natürlich könnt ihr auch weiterhin getrennte Einkommensteuererklärungen machen. Für die Einzelveranlagung müsst ihr nur auf Seite 1 des Mantelbogens „Einzelveranlagung von Ehegatten/Lebenspartnern“ ankreuzen. Andernfalls nimmt das Finanzamt automatisch die Zusammenveranlagung an.

Steuerklassen optimieren

Wenn ihr verheiratet seid, könnt ihr zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen. Welche sich lohnt, hängt von der Verteilung eures Einkommens ab:

Steuerklassenkombination 4/4
Die Steuerklasse 4 erhalten Paare automatisch nach der Hochzeit. Ein Antrag muss nicht gestellt werden. Das lohnt sich für Paare, die ungefähr gleich viel verdienen. Eine Steuererklärung ist nicht Pflicht. Eventuelle Steuererstattungen erhaltet ihr aber nur, wenn ihr sie trotzdem freiwillig macht.

Steuerklasse 4/4 mit Faktor
Der Splittingvorteil wird bei 4 mit Faktor bereits während des Jahres berücksichtigt. Steuernachzahlungen können so vermieden werden. Auch diese Variante eignet sich für Paare, deren Gehalt etwa gleich hoch ist. Diese Kombination beantragt ihr beim Finanzamt. Außerdem müsst ihr eine Steuererklärung abgeben.

Steuerklasse 3/5 bzw. 5/3
Der Partner mit dem höheren Einkommen wählt Steuerklasse 3, der andere Steuerklasse 5. Der Besserverdiener hat somit viel weniger Abzüge und ein größeres Nettogehalt. Wenn ein Ehepartner 60 % oder mehr zum Familieneinkommen beiträgt, lohnt sich diese Kombination. Jedoch muss man hierbei häufig mit einer Steuernachzahlung rechnen. Eine Steuererklärung ist deshalb Pflicht.

Mehr über die Steuerklassen erfährst du in unserem Steuertipp „Welche Steuerklasse habe ich?“.

Aber Achtung: Deine steuerlichen Vorteile bei der Wahl der optimalen Steuerklasse sind nicht von Dauer. Unabhängig von der Steuerklassenkombination bleibt die Steuerbelastung nämlich gleich. Mehr Nettogehalt im Jahresverlauf kann also zu einer Steuernachzahlung führen.

Welche Kombination sich für dich lohnt, kannst du mit Taxfix kostenlos herausfinden. Beantworte ein paar Fragen und experimentiere ein bisschen mit den Steuerklassen:

Wie hoch ist dein jährliches Bruttoeinkommen?

0 – 9k €
10k – 14k €
15k – 34k €
35k – 54k €
55k – 69k €
> 70k €

Elterngeld optimieren

Die Berechnung vieler Lohnersatzleistungen ist an das Nettogehalt geknüpft. Das betrifft zum Beispiel das Elterngeld oder das Arbeitslosengeld. Mit der Wahl der richtigen Steuerklasse kannst du deren Höhe direkt beeinflussen und einen Steuervorteil generieren.

Bei der Berechnung des Elterngeldes musst du aber beachten, dass du spätestens sieben Monate vor Geburt des Kindes den Steuerklassenwechsel vollzogen haben musst.

Höhere Freibeträge

Nach eurer Hochzeit erhöhen sich viele Freibeträge zu euren Gunsten:

Sparerfreibetrag
Du hast viel Geld in Kapitalanlagen investiert, dein Partner aber nicht? Dann kannst du vom höheren Sparerfreibetrag profitieren. Denn der Betrag von 801 Euro verdoppelt sich bei Ehepaaren und kann frei aufgeteilt werden. So kannst du auch den Freibetrag deines Partners nutzen und 1.602 Euro Zinsen, Dividende etc. pro Jahr erhalten, ohne dass Abgeltungsteuer gezahlt werden muss.

Teure Geschenke
Teure Geschenke an deinen Partner solltest du besser auf einen Termin nach der Hochzeit verschieben. Dann steht dir ein Freibetrag von 500.000 Euro zur Verfügung. Vorher kannst du nur bis zu 20.000 Euro steuerfrei verschenken.

Erbschaften
Die gleichen Freibeträge wie bei der Schenkungssteuer gelten auch bei der Erbschaftssteuer. Bedenke außerdem, dass unverheiratete Paare bei der gesetzlichen Erbfolge nicht anerkannt werden. Gibt es kein Testament, geht der Partner leer aus. Übrigens empfiehlt sich ein Testament auch für Verheiratete.

Der perfekte Termin für die Heirat

Ab wann du steuerliche Vorteile nutzen kannst, hängt vom Tag deiner Hochzeit ab. Und welcher ist nun der – steuerlich – beste Tag für deine Heirat?

Der Ehegattensplitting-Vorteil gilt immer rückwirkend für das ganze Jahr. Wenn du am 31. Dezember heiratest, giltst du steuerlich seit Jahresbeginn als verheiratet. Das ist wohl auch der Grund, weshalb im Dezember eines Jahres vergleichsweise häufig geheiratet wird.

Etwas anders sieht es bei den Vorteilen aus, die sich durch einen Steuerklassenwechsel ergeben. Der Wechsel der Steuerklasse greift erst im Monat nach der Beantragung. Willst du also im Dezember dein Nettogehalt durch einen Steuerklassenwechsel optimieren, musst bereits im November heiraten und den Wechsel beantragen.

Tipp: Finde heraus, ob dich eine Steuerrückerstattung bei deiner Hochzeitsplanung finanziell entlasten könnte. Beantworte dafür ganz einfach die Fragen im Steuerrechner unten.

Kann ich die Hochzeit von der Steuer absetzen?

Nein, die Kosten der Hochzeit und der Feier kannst du leider nicht von der Steuer absetzen. Diese fallen in den Bereich der privaten Lebensführung.

Disclaimer

Wir machen keine Steuerberatung. Wir ersetzen keinen zertifizierten Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Infos dazu findest Du in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.