Erika Küspert
Veröffentlicht am: 02.10.2026
Aktualisiert am: 02.10.2026
geprüft durch Steuerexpert*innen
Lesezeit: 6 Minuten
SKR 03: Aufbau, Kontenklassen und Unterschied zum SKR 04
Der SKR 03 ist einer der beiden am weitesten verbreiteten Kontenrahmen in Deutschland. Er ordnet die Konten nach dem betrieblichen Geschäftsablauf und ist damit besonders praxisnah. In diesem Ratgeber erfährst du, wie der SKR 03 aufgebaut ist, welche Kontenklassen es gibt und worin er sich vom SKR 04 unterscheidet.
Erika Küspert
Veröffentlicht am: 02.10.2026
Aktualisiert am: 02.10.2026
geprüft durch Steuerexpert*innen
Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste auf einen Blick
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der SKR 03 ist ein Standardkontenrahmen von DATEV und in Deutschland sehr verbreitet.
- Er ist nach dem Prozessgliederungsprinzip aufgebaut und orientiert sich am betrieblichen Geschäftsablauf.
- Der SKR 04 folgt dagegen dem Abschlussgliederungsprinzip und orientiert sich an Bilanz und GuV.
- Die Konten sind in die Kontenklassen 0 bis 9 gegliedert, die Klassen 5 und 6 sind meist frei.
- Wichtige Konten sind zum Beispiel 1200 für die Bank und 8400 für Erlöse mit 19 % Umsatzsteuer.
- Inhaltlich sind SKR 03 und SKR 04 gleichwertig, sie unterscheiden sich nur in der Anordnung.
Was ist der SKR 03?
Der SKR 03 ist ein Standardkontenrahmen, also ein einheitliches Ordnungssystem für alle Konten der Buchhaltung. Er wird von DATEV herausgegeben und ist besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen weit verbreitet.
Ein Kontenrahmen gibt vor, welche Konten es gibt und wie sie nummeriert sind. Daraus leitet jedes Unternehmen seinen individuellen Kontenplan ab.
Das Besondere am SKR 03 ist seine Gliederung nach dem betrieblichen Ablauf. Die Konten sind so angeordnet, wie die Geschäftsprozesse im Unternehmen ablaufen.
Info
„SKR“ steht für Standardkontenrahmen. Die gebräuchlichsten Varianten sind der SKR 03 und der SKR 04, beide stammen von DATEV.
Aufbau des SKR 03 – Prozessgliederungsprinzip
Der SKR 03 ist nach dem Prozessgliederungsprinzip aufgebaut. Die Konten folgen dem betrieblichen Geschäftsablauf von der Beschaffung über die Produktion bis zum Verkauf.
Diese Struktur macht den SKR 03 für die laufende Buchhaltung sehr anschaulich.
Orientierung am betrieblichen Geschäftsablauf
Die Konten im SKR 03 sind entlang des typischen Geschäftsablaufs geordnet. Am Anfang stehen Anlage- und Kapitalkonten, danach folgen Finanzkonten, Wareneinkauf, Aufwendungen und schließlich die Erlöse.
Diese Reihenfolge bildet den Weg vom Einkauf bis zum Verkauf ab. Für die tägliche Buchungsarbeit ist das intuitiv, weil sie dem realen Ablauf im Betrieb entspricht.
Unterschied zum SKR 04 (Abschlussgliederungsprinzip)
Der SKR 04 ist dagegen nach dem Abschlussgliederungsprinzip aufgebaut. Seine Konten sind so geordnet, wie sie später in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erscheinen.
Damit orientiert sich der SKR 04 an der Struktur des Jahresabschlusses, der SKR 03 am laufenden Geschäftsablauf. Inhaltlich sind beide gleichwertig, die Wahl ist meist eine Frage der Gewohnheit oder der Vorgabe des Steuerberaters.
Kontenklassen im SKR 03 Kontenrahmen
Der SKR 03 gliedert alle Konten in zehn Kontenklassen von 0 bis 9. Die erste Ziffer der Kontonummer zeigt, zu welcher Klasse ein Konto gehört.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick. Die Klassen 5 und 6 sind im SKR 03 in der Regel frei und werden hier nicht gesondert aufgeführt.
Kontenklasse | Inhalt |
|---|---|
0 | Anlage- und Kapitalkonten |
1 | Finanz- und Privatkonten |
2 | Abgrenzungskonten |
3 | Wareneingangs- und Bestandskonten |
4 | Betriebliche Aufwendungen |
7 | Bestände an Erzeugnissen |
8 | Erlöskonten |
9 | Vortrags- und statistische Konten |
Klasse 0 – Anlage- und Kapitalkonten
Die Kontenklasse 0 enthält die Anlage- und Kapitalkonten. Hier werden das Anlagevermögen und das Eigenkapital abgebildet.
Dazu gehören zum Beispiel Grundstücke, Gebäude, Maschinen und das gezeichnete Kapital. Diese Konten stehen am Anfang, weil sie die langfristige Basis des Unternehmens bilden.
Klasse 1 – Finanz- und Privatkonten
Die Kontenklasse 1 umfasst die Finanz- und Privatkonten. Dazu zählen Kasse, Bank sowie Forderungen und Verbindlichkeiten.
Auch die Konten für die Umsatzsteuer und die Vorsteuer sowie die Privatkonten für Entnahmen und Einlagen liegen in dieser Klasse. Sie bildet den Zahlungsverkehr des Unternehmens ab.
Klasse 2 – Abgrenzungskonten
Die Kontenklasse 2 enthält die Abgrenzungskonten. Hier werden vor allem neutrale Aufwendungen und Erträge erfasst, die nicht direkt zum eigentlichen Betriebszweck gehören.
Dazu zählen zum Beispiel Zinsaufwendungen, Zinserträge sowie periodenfremde und außerordentliche Posten. Sie werden getrennt ausgewiesen, um das Betriebsergebnis sauber abzugrenzen.
Klasse 3 – Wareneingangs- und Bestandskonten
Die Kontenklasse 3 umfasst die Wareneingangs- und Bestandskonten. Hier wird der Einkauf von Waren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen gebucht.
Auch die Bestände dieser Materialien werden in dieser Klasse geführt. Sie bildet die Beschaffungsseite des Unternehmens ab.
Klasse 4 – Betriebliche Aufwendungen
Die Kontenklasse 4 enthält die betrieblichen Aufwendungen. Das sind die laufenden Kosten des Unternehmens.
Dazu gehören zum Beispiel Löhne und Gehälter, Raumkosten, Abschreibungen, Kfz-Kosten und Werbeausgaben. Diese Klasse ist im Alltag besonders umfangreich.
Klasse 7 – Bestände an Erzeugnissen
Die Kontenklasse 7 bildet die Bestände an Erzeugnissen ab. Gemeint sind fertige und unfertige Erzeugnisse aus der eigenen Produktion.
Hier werden auch die Bestandsveränderungen erfasst. Sie ist vor allem für produzierende Unternehmen relevant.
Klasse 8 – Erlöskonten
Die Kontenklasse 8 enthält die Erlöskonten. Hier werden die Umsatzerlöse aus Lieferungen und Leistungen gebucht.
Die Erlöse sind meist nach Steuersätzen getrennt, etwa 19 % und 7 % Umsatzsteuer. Diese Klasse bildet die Absatzseite des Unternehmens ab.
Klasse 9 – Vortrags- und statistische Konten
Die Kontenklasse 9 umfasst Vortrags- und statistische Konten. Dazu gehören zum Beispiel die Saldenvorträge zu Beginn des Geschäftsjahres.
Statistische Konten dienen der internen Auswertung und fließen nicht in die eigentliche Buchung ein. Sie runden das System des Kontenrahmens ab.
Wichtige Konten im SKR 03
Einige Konten des SKR 03 kommen in fast jeder Buchhaltung vor. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl der wichtigsten Konten mit ihren üblichen Nummern.
Konto | Bezeichnung |
|---|---|
1000 | Kasse |
1200 | Bank |
1400 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
1576 | Abziehbare Vorsteuer 19 % |
1600 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
1776 | Umsatzsteuer 19 % |
1800 | Privatentnahmen |
3200 | Wareneingang |
4100 | Löhne und Gehälter |
8400 | Erlöse 19 % Umsatzsteuer |
Die genaue Bezeichnung einzelner Konten kann je nach Version des SKR 03 leicht abweichen. Die hier genannten Nummern entsprechen aber den üblichen Standardkonten.
Praxisbeispiel: Säumniszuschlag Umsatzsteuer buchen im SKR 03
Ein häufiger Praxisfall ist die Buchung eines Säumniszuschlags zur Umsatzsteuer. Ein Säumniszuschlag fällt an, wenn du die Umsatzsteuer verspätet zahlst.
Weil die Umsatzsteuer eine abziehbare Steuer ist, ist der zugehörige Säumniszuschlag eine abzugsfähige Betriebsausgabe. Im SKR 03 buchst du ihn auf das Konto 4396 „Steuerlich abzugsfähige Verspätungszuschläge und Zwangsgelder“.
Der Buchungssatz lautet bei einem Säumniszuschlag von 50 €:
- Konto 4396 (Steuerlich abzugsfähige Verspätungszuschläge und Zwangsgelder) 50 € an Konto 1200 (Bank) 50 €.
Anders ist es bei Säumniszuschlägen zur Gewerbe- oder Körperschaftsteuer. Diese sind nicht abziehbar und werden im SKR 03 auf einem gesonderten Konto für nicht abzugsfähige Nebenleistungen gebucht.
FAQ
Der Unterschied liegt im Ordnungsprinzip. Der SKR 03 ist nach dem Prozessgliederungsprinzip aufgebaut und orientiert sich am betrieblichen Geschäftsablauf. Der SKR 04 folgt dem Abschlussgliederungsprinzip und ist nach der Struktur von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung geordnet. Inhaltlich sind beide gleichwertig.
Der SKR 03 ist nach dem Prozessgliederungsprinzip in zehn Kontenklassen von 0 bis 9 gegliedert. Die Konten folgen dem betrieblichen Ablauf von den Anlage- und Kapitalkonten über Finanz-, Wareneingangs- und Aufwandskonten bis zu den Erlöskonten. Die Klassen 5 und 6 sind dabei in der Regel frei.
Am verbreitetsten sind in Deutschland die beiden DATEV-Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04. Der SKR 03 gilt als der traditionell am häufigsten genutzte Kontenrahmen, während der SKR 04 wegen seiner Nähe zum Jahresabschluss zunehmend an Bedeutung gewinnt. Welcher genutzt wird, gibt oft der Steuerberater vor.